Projektübersicht
82 ProjekteNaturschutzgroßprojekt „Thüringer Rhönhutungen“
Rhönhutungen
Auf rund 440 ha hat der Landschaftspflegeverband „Thüringer Rhön“ e.V. im Naturschutzgroßprojekt „Thüringer Rhönhutungen“ von Dezember 2005 bis Juni 2016 vor allem Kalkmagerrasen optimiert und wiederhergestellt. Das Projektgebiet liegt in im Thüringer Teil des UNESCO-Biosphärenreservates Rhön und hat eine Gesamtgröße von ca. 13.650 ha, welche auf acht maßnahmenrelevante Kerngebiete verteilt sind.
Das Projektgebiet ist besonders durch die artenreichen Kalkmagerrasen geprägt, die sich im Laufe der Jahrhunderte durch Schafbeweidung herausbildeten. In der Rhön herrscht etwa seit dem Mittelalter die Hüteschafhaltung vor. Das heißt der Schäfer zieht mit seiner Herde von Weidefläche zu Weidefläche.
Heute sind jedoch viele dieser Flächen durch verschiedene Einflussfaktoren gefährdet. Um den weiteren Rückgang der Hüteschafhaltung und den damit einhergehenden Verlust der Biodiversität und der Lebensräume zu unterbinden, wurde das Naturschutzgroßprojekt „Thüringer Rhönhutungen“ umgesetzt. Neben den Halbtrockenrasen und ihren Varietäten wurden im Projekt eine Vielzahl an weiteren Lebensräumen gepflegt.
Zusätzlich wurde die schäfereiliche Infrastruktur gestärkt. Bis heute (2023) werden weitere Maßnahmen (u.a. Flächenpflege, Wartung der Tränksysteme) mit Hilfe der Projektpartner im Rahmen der Arbeit als Natura 2000-Station „Rhön“, die vom Landschaftspflegeverband „Thüringer Rhön“ e.V. getragen wird, umgesetzt.
EU-LIFE-Projekt "SCHWÄBISCHES DONAUTAL"
SCHWÄBISCHES DONAUTAL
Ziele des Projektes waren der nachhaltige Schutz der Vogelwelt des Donaurieds durch die Sicherung der Grünlandnutzung, die Schaffung und Verbesserung von Feuchtlebensräumen und gezielte Öffentlichkeitsarbeit mit Besucherlenkung und Naturerlebnisangeboten.
Zusätzlich dienen die durchgeführten Maßnahmen dem naturnahen Hochwasserschutz.
Das Projektgebiet umfasste rund 7400 Hektar und teilte sich in die Untergebiete Donaumoos, Eppisburger Ried, Östliches Donauried, Östliche Donauauen und Mertinger Ried in den Landkreisen Günzburg, Dillingen und Donau-Ries.
Wiederherstellung von naturnahen Wäldern im Nationalpark Berchtesgaden durch natürliche Störungsdynamik
Störungen als Motor der Wiederherstellung
Der Nationalpark Berchtesgaden wurde 1978 gegründet und ist Deutschlands einziger Nationalpark in den Alpen. Aufgrund des ausgeprägten Höhengradienten von über 2.000 m finden sich hier eine Vielzahl verschiedene Lebensräume auf engsten Raum. Von den Bergmischwäldern mit Buche und Tanne, die ursprünglich ausgedehnte Teile der Landschaft bedeckten, sind allerdings durch die jahrhundertelange Bewirtschaftung nur mehr Reste erhalten. Stattdessen dominieren heute auf großer Fläche strukturarme Fichtenbestände. Während die Waldentwicklung in der Kernzone (75% der Fläche) vollständig der Natur überlassen ist, implementiert der Nationalpark in der Pflegezone (25% der Fläche) innovative Waldumbaumaßnahmen zur Wiederherstellung von naturnahen Bergmischwäldern.
Die Wiederherstellung läuft seit 35 Jahren und wurde in diesem Zeitraum nach den Prinzipien des adaptiven Managements mehrmals an gewonnene Erkenntnisse und geänderte Rahmenbedingungen angepasst. Seit Beginn der Wiederherstellungsmaßnahmen wurden 1,3 Millionen Bäume gepflanzt und durch eine konsequente Wildbestandsregulierung begleitet. Heute folgen die Wiederherstellungsmaßnahmen der natürlichen Walddynamik, indem natürlich entstehende Störungen im Kronendach (z.B. durch Wind und Borkenkäfer) als Ansatzpunkte für den Waldumbau verwendet werden. Durch ein Orientieren an Störungen nutzt die Wiederherstellung natürliche Ökosystemprozesse und erfolgt im Einklang mit dem Nationalpark-Motto „Natur Natur sein lassen“.
chance.natur – "Nordvorpommersche Waldlandschaft"
Nordvorpommersche Waldlandschaft
Das chance.natur Projekt "Nordvorpommersche Waldlandschaft" ist ein vom Bund, dem Land Mecklenburg-Vorpommern, den 18 Partnergemeinden innerhalb des Projektgebietes sowie dem Landkreis Vorpommern-Rügen finanziertes Naturschutzprojekt. Diese land- und forstwirtschaftlich geprägte Kulturlandschaft zeichnet sich durch einen im Landesdurchschnitt sehr hohen Waldanteil sowie ein sehr hohes Artenspektrum aus.
Ziel ist es, schutzwürdige Teile von Natur und Landschaft mit gesamtstaatlich repräsentativer Bedeutung zu errichten und dauerhaft zu sichern. Hiervon soll insbesondere der Schreiadler als schützenswerte Art profitieren, welcher im Projektgebiet einige seiner letzten Brutreviere in Deutschland hat, jedoch seit einigen Jahrzehnten rückläufig ist. Durch das Projekt können verschiedene Maßnahmen zum Erhalt der Brutwälder als auch der Nahrungshabitate im Offenland die Lebensbedingungen des Schreiadlers optimieren. Da der kleinste Adler Deutschlands in störungsarmen und vielfältigen Wäldern brütet, liegt ein besonderes Augenmerk auf dem Schutz und Erhalt dieser Waldbereiche. Über Instrumente wie Flächenerwerb oder vertraglich vereinbarten, dauerhaften forstlichen Nutzungsverzicht werden im Rahmen des Projektes Waldbereiche geschaffen, die gänzlich ihrer eigenen Entwicklung überlassen werden. Dort können sich verschiedene Altersphasen des Waldes herausbilden, Alt- und Totholzbestände die Biodiversität im Wald erhöhen und dem Schreiadler somit ein naturnäheres Bruthabitat bieten.
Bergwaldprojekt e.V.
Bergwaldprojekt e.V.
Zweck des gemeinnützigen Vereins ist der Schutz, der Erhalt und die Pflege des Waldes, insbesondere des Bergwaldes und der Kulturlandschaften, sowie die Förderung des Verständnisses für die Zusammenhänge in der Natur, die Belange des Waldes und die Abhängigkeit des Menschen von diesen Lebensgrundlagen.
Zu diesem Zweck arbeitet das Bergwaldprojekt mit Freiwilligen in Wäldern, Mooren und Freilandbiotopen an verschiedenen Orten in Deutschland. Ziel der Arbeitseinsätze ist es, den Teilnehmenden die Bedeutung und die Gefährdung unserer natürlichen Lebensgrundlagen bewusst zu machen und eine breite Öffentlichkeit für einen naturverträglichen Umgang mit den natürlichen Ressourcen zu bewegen.
Bei den Projekten arbeiten wir mit verschiedenen Maßnahmen daran, die vielfältigen Ökosysteme zu erhalten, wiederherzustellen oder in einen naturnäheren Zustand zu bringen und so zu stabilisieren.
Das Bergwaldprojekt e.V. ist ein gutes Beispiel zur Wiederherstellung von Ökosystemen, da in den Projekten schon seit über 30 Jahren an über 70 Orten in Deutschland die verschiedensten Ökosysteme wiederhergestellt werden und dabei ein besonderer Fokus auf der Weitergabe von Wissen zu den jeweiligen Ökosystemen liegt.
Ebracher Trittsteinkonzept – das Naturschutzkonzept des Forstbetriebs Ebrach der Bayerischen Staatsforsten
Ebracher Trittsteinkonzept
Der Verein für Nachhaltigkeit (VfN) beantragt, den Forstbetrieb Ebrach der Bayerischen Staatsforsten für die Wiederherstellung eines artenreichen Laubmischwaldes auf 17.000 Hektar durch die Umsetzung des dort entwickelten „Ebracher Trittsteinkonzepts“ auszuzeichnen.
Durch das „Trittsteinkonzept“ ist es gelungen, gleichzeitig die Biodiversität zu sichern (Ökologie), den regionalen Holzmarkt zu beliefern (Ökonomie) und einen Beitrag zum Klimaschutz (Holzvorräte und Produkte) zu leisten.
Begleitende Forschungsprojekte bestätigten, dass die Artenvielfalt auf der Landschaftsebene durch viele kleine Biotope wirkungsvoller geschützt wird als durch wenige große Schutzgebiete.
Der ehemalige Leiter des Forstbetriebs Ebrach und Mitglied des VfN, Ulrich Mergner, nennt folgende Vorteile:
• Vereinbarkeit von Ökonomie und Ökologie in demselben Wald
• Holz der kurzen Wege
• Wildnis der kurzen Wege (Naherholung)
• Wiederverbreitung der Waldarten über den gesamten Wald
• Konzept, das in nahezu jedem Forstbetrieb umsetzbar ist
Inzwischen findet das „Ebracher Trittsteinkonzept“ europaweit Beachtung und hat auch auf die Pflege anderer Ökosysteme und die Arbeit von Naturschutzverbänden und Einrichtungen der Landschaftspflege ausgestrahlt. Es ist unter anderen Namen in Landeswaldkonzepte eingegangen: „Naturwaldflächen“ (BY), „Waldrefugien“ (BW) und „Naturwaldentwicklungsflächen“ (Hessen).
Der VfN hat das Konzept 2021 in der Publikation „10 Thesen - Vom Wert der Wälder“ zur Nachahmung empfohlen.
Verbundprojekt »Schutz und Förderung der Mopsfledermaus in Deutschland“
Verbundprojekt Mopsfledermaus
Unsere Wälder sind Lebensraum für unzählige seltene und bedrohte Arten. Eine von ihnen ist die Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus). Sie gilt als »Schirmart« im Wald – schützen wir sie, schützen wir auch viele andere waldbewohnende Arten. Um die Mopsfledermaus bundesweit zu erforschen und Maßnahmen zu ihrem Schutz abzuleiten, haben sich die Stiftung FLEDERMAUS, die Naturstiftung David, die NABU Landesverbände Baden-Württemberg und Niedersachsen und die Universität Greifswald für sechs Jahre in einem Verbundprojekt zusammengeschlossen. Grundlage ist die Analyse der nationalen Verbreitung der Art und ihrer bevorzugten Lebensräume. In ausgewählten Modellregionen entwickeln wir anhand dieser Erkenntnisse gemeinsam mit Akteurinnen und Akteuren vor Ort konkrete Maßnahmen, um die Wald-Lebensräume der Mopsfledermaus zu erhalten, zu fördern und zu vernetzen. Ein zentraler Baustein hierfür ist eine an Naturschutzzielen orientierte, naturnahe Waldbewirtschaftung, denn sie begünstigt Baumstrukturen, die die Mopsfledermaus und weitere waldbewohnende Arten als Lebensraum benötigen. Schlüssel zum Erfolg ist daher die Zusammenarbeit mit Waldbesitzenden sowie Akteurinnen und Akteuren aus Forstwirtschaft, Wissenschaft und Fledermausschutz. Zusammen suchen wir Wege, wie sich entsprechende Maßnahmen auch in die forstliche Praxis integrieren lassen. Das gewonnene Wissen geben wir u. a. in einer digitalen Verbreitungskarte, Weiterbildungen und einem praxisnahen Handbuch weiter.
Zukunftsfähige Mischwälder für Berlin
Das Berliner Mischwaldprogramm
Rund ein Fünftel der Fläche Berlins wird von Wäldern bedeckt. Vier Forstämter mit zusammen 28 Förstereien gewährleisten die Pflege und Entwicklung zu zukunftsfähigen Mischwäldern. Anstelle der ursprünglichen Laubmischwälder dominieren jedoch noch immer Kiefernforste mit einem Anteil von ca. 65% das Waldbild. Diese weisen eine hohe Anfälligkeit gegenüber Waldbränden, Orkanen, Insektenkalamitäten und Pilzen auf. Die Entwicklung von naturnahen, vitalen, zukunftsfähigen Mischwäldern stellt vor dem Hintergrund der Klimaprognosen eine wichtige Aufgabe zur Daseinsvorsorge Berlins dar. Der in den 1990ger Jahren eingeleitete Wandel hin zu Mischwäldern bedarf angesichts dramatischer Klimaveränderungen einer Beschleunigung. Mit Senatsbeschluss von 2012 wird der Waldumbau gezielt durch das Berliner Mischwaldprogramm forciert. Bis heute wurden etwa 1.000 Hektar Kiefernreinbestände mit 2,6 Mio. standortheimischen Laubbäumen wie Eichen, Rotbuchen, Winterlinde, Ulmen, Hainbuchen etc. unterbaut.
Die parteiübergreifende Akzeptanz und Unterstützung der Jahrhundertaufgabe "Mischwaldentwicklung" hat das Mischwaldprogramm zu einem Erfolgsprojekt mit Vorbildfunktion für die gute Zusammenarbeit von Forstverwaltung, Politik und der Stadtgesellschaft werden lassen. Der Transformationsprozess vom Kiefernforst zum klimaresilienten, zukunftsfähigen Mischwald ist ein beispielgebender Impuls aus Berlin.
Das UrwaldProjekt
UrwaldProjekt
Das UrwaldProjekt ist ein Waldschutzprojekt in Deutschland. Mit diesem Projekt schaffen wir eine Win-Win-Win-Situation für Natur, Waldbesitzende und Waldschützer*innen. Einst bedeckten alte Laubwälder rund 80 % der Landfläche Deutschlands. Heute machen alte Laubwälder über Alter 180 nur noch 0,16 % der Landfläche aus – und auch diese Wälder sind meist nicht geschützt. Genau das wollen wir ändern. Denn alte Wälder sind nicht nur Heimat für unzählige Tier- und Pflanzenarten, sondern auch wichtige Verbündete im Kampf gegen den Klimawandel. Gemeinsam mit Privatpersonen und Unternehmen pachten wir alte Laubwälder für die kommenden 50 Jahre mit der vertraglichen Verpflichtung, diese Fläche ihrer natürlichen Dynamik zu überlassen. Abgesichert wird das Ganze noch einmal durch einen notariellen Eintrag im Grundbuch. Um das Schutzprojekt möglichst transparent zu gestalten, haben wir eine aufwändige Webanwendung entwickeln lassen, die unsere Schutzgebiete in 1 Quadratmeter große Einheiten rastert, die wiederum mit einer individuellen ID versehen werden. So kann jede Unterstützerin und jeder Unterstützer direkt nach Kaufabschluss die Exakten Koordinaten seiner Schutzfläche auf einer interaktiven Karte sowie einer personalisierten PDF-Urkunde einsehen und das persönliche Schutzgebiet jederzeit besuchen. Zudem bieten wir auch geführte Wanderungen für Unterstützer*innen durch das Schutzprojekt an.
FSC-Zertifizierung & marktbasierte Honorierung von Wald-Ökosystemleistungen im Stadtwald Boppard
FSC-Ökosystemleistungen in Boppard
Siegerländer Kultur- und Naturlandschaften
LIFE4Siegerlandscapes
Das von der EU geförderte LIFE-Projekt befasst sich mit verschiedenen Maßnahmen zur Förderung der wertgebenden Arten und Lebensräume im Vogelschutzgebiet „Wälder und Wiesen bei Burbach und Neunkirchen“ im südlichen Siegerland. Dabei sollen Maßnahmen sowohl im Wald als auch im Offenland umgesetzt werden. Ein besonderer Schwerpunkt des Projektes liegt in der Wiederherstellung und Förderung von heimischen Laubwäldern. Die Projektziele umfassen hier die Renaturierung von Wäldern (Umwandlung von Fichtenforst in Laubwald), die Sicherung von totholzreichen Altwaldbeständen und die Vernetzung von Laubwäldern und Altwaldzentren. Zusätzlich zielt das Projekt auf den Erhalt von historischen Waldnutzungsformen wie Nieder- und Mittelwälder und damit der Förderung von lichten und strukturreichen Wäldern.
Waldgebiet des Jahres 2023 - Choriner Wald
Choriner Wald
Der Bund Deutscher Forstleute (BDF) hat den 70 Kilometer nordöstlich von Berlin gelegenen Choriner Wald als Waldgebiet des Jahres 2023 ausgewählt. „Die vor zweihundert Jahren entstandenen Kiefernwälder wurden und werden von engagierten Forstleuten vorbildlich in Mischwälder umgewandelt, die mit einem hohen Anteil von Buchen und Eichen, kahlschlagfrei und naturnah bewirtschaftet werden“, begründet Ines von Keller als Bundesgeschäftsführern des BDF die Entscheidung. Dazu kommt für den BDF die Bedeutung des Choriner Waldes für die wissenschaftliche Forschung und die Ausbildung junger Förster und Försterinnen. „Die Studenten und Studentinnen der nahen Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde können hier naturnahe Waldwirtschaft erlernen“, so von Keller weiter. „Durch die enge Verzahnung mit der Wissenschaft sind im Choriner Wald allein sechzig Baumarten zu Forschungszwecken zu finden.“
Die vielen eiszeitlichen Standorte des Choriner Waldes repräsentieren die Waldstandorte des ganzen nordostdeutschen Tieflandes. Das schafft ideale Bedingungen für die Hochschule und macht die Landschaft so vielfältig und einzigartig.
Wegen dieser natürlichen Vielfalt gehört der Choriner Wald seit über dreißig Jahren zum Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin. „Es ist uns ein wichtiges Anliegen, die Belange des Naturschutzes in die Waldbewirtschaftung zu integrieren“, betont Eberhardt Luft, Leiter der Oberförsterei Chorin. „Durch die wunderbaren Wälder und das weithin bekannte Kloster Ch
Industriewaldprojekt Ruhrgebiet
Wertvoller Wilder Wald
Erdmannwälder - Waldgebiet des Jahres 2022
Erdmannwälder
Ein Urwald für morgen – Ökologische Aufwertung von Waldbereichen im Walbachtal bei Ründeroth
Urwaldprojekt Engelskirchen
Wildnisgebiet Freyenter Wald
Wildnisgebiet Freyenter Wald
Im Jahr 2020 konnte der Freyenter Wald bei Aachen als neue Fläche für den Naturschutz gesichert werden und wird nun als Wildnisfläche ausgewiesen. Gemeinsam haben die Nordrhein-Westfalen-Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege sowie der NABU-Stadtverband Aachen e.V. das Waldstück in der Gemarkung Lichtenbusch erworben. Die Betreuung der erworbenen Grundstücke wird von der NABU-Naturschutzstation Aachen übernommen. Der Freyenter Wald liegt unmittelbar an der Grenze zu Belgien und umfasst auf deutscher Seite einen ca. 60 Hektar großen Waldkomplex. Dem Freyenter Wald kommt eine besondere Bedeutung als Biotoppverbund zwischen den Eifelwäldern und dem Aachener Stadtwald zu. Große Teile des Waldes werden von alten, schutzwürdigen Laubholzbeständen mit bis zu 150-jährigen Eichen und Eschen eingenommen. Die vorhandenen Lebensräume und Arten sollen entsprechend den Zielen der nationalen Biodiversitätsstrategie in so genannten Waldwildnisflächen geschützt werden. Damit werden zukünftig waldtypische Strukturen und Prozesse, wie absterbende Bäume stehendes und liegendes Totholz und die damit verbundenen Lebensgemeinschaft geschützt. Schon aktuell dient das Waldgebiet sowohl weit verbreiteten (z.B. Kleiber, Buschwindröschen) als auch seltenen Arten (z.B. Mittelspecht, Braunes Langohr, Orchideen) als Lebens- und Rückzugsraum. Durch die ruhige, abgeschiedene Lage sind auch Habicht und Rotmilan als Brutvögel vertreten.
Bedeutung des Eschentriebsterbens für die Biodiversität von Wäldern und Strategien zu ihrer Erhaltung
FraDiv exp
Biodiversität und Kohlenstoffspeicherung in Wäldern unterschiedlicher Nutzungsintensität
BiCO2
Ziel des Projekts „BiCO2“ ist die synoptische Betrachtung des Einflusses der forstlichen Bewirtschaftung auf die Kohlenstoffspeicherung und die Biodiversität in Wäldern. In Zeiten von Klima- und Biodiversitätskrise hat das Projekt zum Ziel, mehr Kenntnisse bereitzustellen, wie Waldökosysteme auch im genutzten Wald bei der Abmilderung der beiden Krisen gestärkt werden können. Zahlreiche Untersuchungen zur Ermittlung des Waldkohlenstoffspeichers, der ober- und unterirdischen Biodiversität sowie weiterer Strukturparameter finden an insgesamt 200 Probepunkten entlang eines forstlichen Nutzungsgradienten statt. Die Probepunkte teilen sich auf vier Waldgebiete in NRW auf und repräsentieren die häufigsten natürlichen Waldgesellschaften. Zusätzlich werden u.a. Bodenparameter auf Rückegassen und Bodenbearbeitungsflächen erhoben.
Die gewonnenen Erkenntnisse sollen zur Erstellung einer Bewertungsmatrix und zur Ableitung konkreter Handlungsoptionen für die forstliche Praxis dienen. Dies erfolgt durch zahlreiche Wissenstransferveranstaltungen in Form von Exkursionen, Vorträgen, Fortbildungsveranstaltungen, Tagungen und z.B. Marteloskop-Übungen. Dabei sollen im intensiven Austausch mit der Forstpraxis, Waldbesitzenden und weiteren Stakeholdern Möglichkeiten erarbeitet werden, um die Anforderungen aus Biodiversität und Kohlenstoffspeicherung noch mehr in Einklang mit der forstlichen Bewirtschaftung zu bringen.
Urwälder von morgen im Naturschutzgebiet Biesenthaler Becken
Biesenthaler Becken
Das Naturschutzgebiet „Biesenthaler Becken“ 25 Kilometer nordöstlich von Berlin ist durch unterschiedlichste Waldtypen wie Nadelholzkulturen, alte Laubmischwälder und Moorwälder geprägt. Trotz des Status als Naturschutzgebiet sind Holzeinschläge sowie die Entwicklung von Nadelforsten gestattet, wodurch die Leistungsfähigkeit für den Naturhaushalt und die Artenvielfalt beeinträchtigt ist. Die NABU-Stiftung setzt sich seit 20 Jahren für den Aufbau von nutzungsfreien, artenreichen und klimastabilen Naturwäldern im Biesenthaler Becken ein. Die Grundlage hierfür ist der 2002 begonnene Erwerb von Wald, um konsequent naturferne Waldbestände zu renaturieren, Wasserstände zu ihrem ursprünglichen Niveau anzuheben sowie zeitlich unbegrenzt ungestörte Waldentwicklungsprozesse zuzulassen. Dabei kommt eine sehr große Bandbreite an unterschiedlichsten Methoden zum Einsatz, wie z. B. Entnahme von Nadelhölzern, Förderung der natürlichen Ansamung von Laubbäumen, Schutz der natürlich angesamten Laubbäume durch hölzerne Wildschutzgatter, kleinräumige Initialpflanzungen von Laubbäumen, Verschluss von Entwässerungsgräbern sowie dauerhafte Nutzungseinstellung. Über ein langjähriges Waldmonitoring sowie die digitale Aufstellung der Liegenschaftsverwaltung wird die Entwicklung der Naturwälder begleitet und gesteuert. Die Zivilgesellschaft ist über die engagierte Mitarbeit von Ehrenamtlichen vor Ort, öffentliche Führungen sowie Paten eingebunden, die Patenschaften für einzelne Waldhektar übernehmen.
Mechanismen der Ökosystemdienstleistungen in Hartholz-Auenwäldern: Wissenschaftliche Analyse sowie Optimierung durch Naturschutzmanagement
MediAN
Die biologische Vielfalt in Ökosystemen ist die Grundlage für vielfältige Leistungen der Natur. Hartholz-Auenwälder weisen nicht nur eine hohe biologische Vielfalt auf, über die Festlegung von CO2 aus der Atmosphäre dienen sie der Kohlenstoffspeicherung und durch ihre Rauigkeit für strömendes Wasser beeinflussen sie die Hochwasserretention. Deutschlandweit sind jedoch nur noch ein Prozent dieses einst prägenden Lebensraumtyps vorhanden. Auch an der vergleichsweise naturnahen Mittelelbe sind Hartholz-Auenwälder äußerst selten. Neue Auenwälder anzupflanzen und noch vorhandene Relikte weiterzuentwickeln, ist daher ein wichtiges Umsetzungsziel im Projekt Mechanismen der Ökosystemdienstleistungen in Hartholz-Auenwäldern: Wissenschaftliche Analyse sowie Optimierung durch Naturschutzmanagement (MediAN). Eine Besonderheit dieses Projekts ist die Kombination eines Forschungs- und eines Umsetzungsteils. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Gebieten der Pflanzenökologie, der Bodenkunde, der Bodenzoologie und der Naturschutzforschung arbeiten regelmäßig auf den 55 MediAN-Untersuchungsflächen, die sich entlang von 150 Stromkilometern im UNESCO-Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe befinden. Die Erkenntnisse der Forschung können direkt in die Pflanzungen von Hartholz-Auenwäldern sowie in die Umweltkommunikation einfließen. Dadurch bringen die Verbundpartner den Wert von Hartholz-Auenwäldern verstärkt in den öffentlichen Diskurs.
Hute- und Schneitelwald in Bad Bentheim – Erhalt eines einzigartigen Wald-Biotops
Hutewald Bad Bentheim
Hutewälder gehören zu den von der Vernichtung bedrohten Biotopen, die viele seltene Tier- und Pflanzenarten beheimaten und außerdem zum natürlichen Klimaschutz beitragen. Hutewälder, in denen noch aktiv Waldweide betrieben wird, sind extrem selten. Daher stellt der Hute- und Schneitelwald in Bad Bentheim deutschlandweit eine Besonderheit dar, denn seit 2012 werden hier wieder Gallowayrinder und Niederländische Landziegen des Tierparks Nordhorn gehalten und die Hainbuchen geschneitelt, so dass dieser Wald in seiner speziellen Form erhalten bleibt. Hier haben bedrohte Arten wie der Juchtenkäfer (Eremit) oder auch die Bechsteinfledermaus ein Zuhause gefunden.
Die Kombination von alten Huteeichen und Schneitelhainbuchen stellt zudem eine nahezu einzigartige Kombination unter den noch erhaltenen Hutewäldern dar. Durch diese Kombination wurde nicht nur Mastfutter (Eicheln), sondern auch Grünfutter im Wald produziert.
Durch regelmäßige Gratisführungen der Grafschafter Naturschutzranger durch dieses Gebiet, aber auch buchbare Programme der Zooschule des Tierparks Nordhorn wird auf die Bedeutung des Hutewaldes als einzigartiges Ökosystem aufmerksam gemacht. Somit verknüpft dieses Projekt den Erhalt des Hutewaldes mit seiner endemischen Flora und Fauna mit einer öffentlichkeitswirksamen Bildungsarbeit für den Naturschutz.
Life "Patches & Corridors" - Entwicklung eines Habitatnetzwerkes für den Blauschillernden Feuerfalter
Life - Patches & Corridors
Im Schutzgebiet für Fauna, Flora und Lebensräume (FFH) „Oberlauf der Rur“ werden im Zeitraum 2017-2024 zahlreiche Naturschutzmaßnahmen durchgeführt. Leitart des Vorhabens ist der Blauschillernde Feuerfalter (Lycaena helle). Dieser Schmetterling ist in Europa überaus selten und wird auch in Deutschland nur noch in wenigen Regionen angetroffen. Durch den Erhalt bestehender und die Schaffung neuer Lebensräume wie Feuchtwiesen und Auwälder wird neben dem urwüchsigen Landschaftsbild der Eifel auch deren wertvolle Artenvielfalt gefördert.
Kurzfristige Etablierung eines klimaplastischen naturgemäßen Dauerwaldes (Forstbetrieb Kalebsberg)
Forstbetrieb Kalebsberg
Das nachfolgend vorgestellte Projekt stellt am Beispiel eines mecklenburgischen Forstbetriebes einen Leitfaden für forstliches Handeln vor, der bei konsequenter Anwendung innerhalb eines sehr kurzen Zeitrahmens (12 Jahre) zu einem ertragreichen und ökologisch wertvollen, aber vor allem überlebensfähigen Wald führt. Es wird ein umfassender systemischer Ansatz verfolgt, welcher den Wald als komplexes Ökosystem begreift. Auf dieser Basis werden im Forstbetrieb Kalebsberg die ANW-Grundsätze als Standards für eine naturgemäße Waldwirtschaft konsequent umgesetzt. Darüber hinaus werden Urwaldmechanismen genutzt, aktuelle klimatische Prognosen berücksichtigt und völlig neue Jagdstrategien angewendet.
Die Waldbewirtschaftung orientiert sich nachdrücklich am „Waldwohl“ und berücksichtigt bei allen forstlichen Maßnahmen die Erkenntnisse über die Selbstregulierungsfähigkeit und Funktionsfähigkeit des Wald-Ökosystems. Es ist in Hinblick auf die zu erwartende Zunahme von Klimaextremen zukünftig unverzichtbar, die Waldbewirtschaftung konsequent auf dieses „Waldwohl“ auszurichten.
Ein Schwerpunkt dieser ökosystemaren Waldbewirtschaftung ist die Revitalisierung der überlebenswichtigen „Klimafunktion“ des Waldes sowohl für das Waldökosystem selbst als auch für die Kühlung der waldumgebenden Landschaft. Die Revitalisierung der Klimafunktion des Waldes ist die Grundlage für den Erhalt aller anderen Waldfunktionen und erfordert einen Paradigmenwechsel in der Art und Weise der Waldbewirtschaftung
NaWi - Anpassungsstrategien von Buchenwäldern
NaWi
Ziel des Projektes ist die Erforschung der Mechanismen von Anpassungsstrategien älterer Buchenbestände unterschiedlicher Bewirtschaftungsintensität an Klimaveränderungen um den Waldauflösungsprozess entgegenzuwirken.
Entlang eines Gradienten der Nutzungsintensität und der Standortsgüte werden die Waldstrukturen, die Stoffflüsse und wichtige baumphysiologische Kenngrößen analysiert, umweltökonomisch bewertet und räumlich explizite Modelle und Szenarien der Waldbewirtschaftung und ihrer Auswirkungen erstellt. Die Interaktionen von waldbaulicher Bewirtschaftungsintensität und Stressresistenz werden auf unterschiedlichen Standorten faktoriell kombiniert und hinsichtlich bodenchemischer und pflanzenphysiologischer Parameter analysiert. Zudem wird die Kohlenstoffsenkenfunktion der verschiedenen Waldnutzungsformen quantifiziert, modelliert und bewertet.
Es wird erwartet, dass das Projekt umfassende Daten zu den Mechanismen von Stress im Hinblick auf die Anpassungsstrategien von Wäldern liefern wird (z.B. an sich ändernde Temperatur- und Niederschlagsmuster oder biotische Störungen). Mit Hilfe der umweltökonomischen Analysen und räumlich expliziten Szenarien werden die ökologischen und ökonomischen Daten zusammengeführt und bewertet. Es wird weiterhin erwartet, dass die Studie einen wesentlichen Beitrag für Entscheidungsfindungen in der aktuellen Debatte der "Natürlichen Waldentwicklung“ als Ziel der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS) leisten wird
Wer A(rtenvielfalt) sagt, muss auch B(ienenwald) sagen – Ein „summendes“ Waldkonzept als bundesweites Erfolgsmodell
Insektenfreundliche Aufforstung für den Schutz der Ökosysteme
Von der Störung zur Wiederherstellung – Die erprobten Waldkonzepte vom Landgut Kemper & Schlomski (kurz: LGKS) liefern eine Antwort auf den nachhaltigen Schutz und das Wiederbeleben natürlicher, intakter Ökosysteme, die wir heute und in Zukunft brauchen. Wir verstehen unsere Waldareale als „Forschungsstation“ und „Spielstätte“ für innovative Ideen und gehen aktuelle und akute Probleme des Klimawandels an. Mit fachlicher und wissenschaftlicher Begleitung entwickeln wir Konzepte, die sich durch Langfristigkeit, Nachhaltigkeit und Adaptierbarkeit definieren.
Das Leuchtturmprojekt „Unser Bienenwald Sachsens“ ist ein zukunftsweisendes Modellvorhaben am LGKS und wurde als Reaktion auf das Waldsterben 2.0 begründet. Auf einer Kahlfläche wurden blühfreudige Baum- und Straucharten nach einem eigens für dieses Pilotprojekt entwickelten Pflanzplan gepflanzt. Wildbienen, Honigbienen und zahlreiche weitere Tierarten erhalten so über das Jahr hinweg ausreichend Nahrung. Durch die stetige Erweiterung des Bienenwaldes und die Vernetzung mit anderen Habitaten wie Naturschutzteichen und artenreichen Waldsäumen entsteht ein wertvoller Biotopverbund. Unser Bienenwald ist mehrfach ausgezeichnet und BNE-Hotspot mit vielfältigen Angeboten, wie Pflanz- und Pflegeaktionen, geführte Wanderungen, schulische Exkursionen oder digitale Lern- und Entdeckertouren. Unser Konzept ist bundesweit gefragt und wird bereits mehrfach adaptiert.
Günzburger Mooswald – Was macht der Wald im Moor?
MooWa
Anpassungs- und Umsetzungsstrategien für Stockausschlagwälder in Steillagen mit herausragenden Schutzfunktionen im Klimawandel
KlimaNiederwald
Rheinland-Pfalz besitzt ca. 160.000 Hektar Stockausschlagwälder. Die klassische Form der Bewirtschaftung dieser Wälder ist in den letzten Jahrzehnten zum Erliegen gekommen. Ohne Bewirtschaftung werden die Schutzfunktionen massiv beeinträchtigt, vor allem in Steilhanglage. Ziel des Projektes war eine Handlungsanleitung, wie Stockausschlagwälder an den Klimawandel angepasst bewirtschaftet werden können, um dabei ihre Boden- und Naturschutzfunktion sowie die Objektschutzfunktion, u.a. für Straßen und Bahntrassen, zu erhalten. Die Handlungsanleitung wurde auf Demonstrationsflächen umgesetzt. Damit verbunden war ein waldbauliches Coaching von Multiplikatoren.
Schulwälder gegen Klimawandel - pflanzt nicht Worte sondern Bäume
Ohne Wald keine Welt - Schulkinder zeigen wie es geht!
"Spechtwald Buddenhagen" ein Projekt zur Entwicklung von Lebensräumen und Steigerung der biologischen Vielfalt mit naturverträglicher Bewirtschaftung und Verbesserung der Wassersituation
Spechtwald Buddenhagen
Erhaltung, Entwicklung und Wiederherstellung klimastabiler Waldökosysteme als Zukunftswald der Neubaustreckecke Frankfurt-Mannheim der DB Netz AG
DB - Klimawald
Entwicklung naturnaher Eichenwälder für die Laubholz-Säbelschrecke und andere gefährdete Insektenarten
ELSA
Eichen-Hainbuchenwälder sind von besonderer Bedeutung für die biologische Vielfalt, da sie zahlreichen Insekten einen wertvollen Lebensraum bieten. Die Laubholz-Säbelschrecke ist eine von vielen Insektenarten, die in naturnahen Eichen-Hainbuchenwäldern vorkommen. Jungtiere schlüpfen in Bodennähe und wandern während ihrer Entwicklung immer weiter nach oben, erwachsene Tiere halten sich in den Baumkronen auf. Dort singen sie im Ultraschallbereich. Aufgrund dieser versteckten Lebensweise gab es bislang kaum gesicherte Informationen zu Bestandstrends und genauen Habitatpräferenzen. Eines der Ziele im Projekt ELSA ist, diese Wissenslücken durch systematische Untersuchungen zu schließen. Auf Basis der neu gewonnenen Erkenntnisse wird ein Leitfaden zum Schutz der Laubholz-Säbelschrecke und ihrer Lebensräume erstellt und auf ausgewählten Flächen ab Sommer 2023 ein geeigneter Umbau von ehemaligen Fichtenforsten hin zu artenreichen Eichenwäldern initiiert. Projektgebiet ist Rheinland-Pfalz und das südliche Nordrhein-Westfalen.
LIFE Future Forest
LIFE FF
Ein EU LIFE gefördertes Projekt im Landkreis Landsberg am Lech zur Anpassung der Wälder an den Klimawandel.
Die Region um Landsberg am Lech nimmt durch das seit 35 Jahren
andauernde, kontinuierliche Engagement für nachhaltigen Waldumbau eine
europaweite Modellrolle ein. Bis April 2020 befasste sich auch das
INTERREG-Projekt "Links4Soils" (weitere Infos unter www.alpinesoils.eu)
mit innovativen Ansätzen des Bodenmanagements, welches im Markt
Kaufering den Fokus „Verbesserung der Ökosystemleistungen von Wäldern“
hatte. Um diese nicht nur weiterzuführen, sondern auch in größerem
Maßstab weiterzuentwickeln wurde vom EU-Förderprogramm LIFE für das
dreijährige Projekt LIFE Future Forest (Start 1.9.2020) 1.4 Mio €
förderfähige Kosten bewilligt mit einer Förderquote von 55%. Neben
dieser Weiterführung des nachhaltigen Waldumbaus hat das Projekt im
Landkreis Landsberg am Lech zum Ziel die Klimaresilienz der Städte und
Gemeinden im Landkreis zu fördern und Ökosystem-Dienstleistungen (z.B.
Trinkwasserverfügbarkeit und CO2-Speicherung) in regionalen
Wirtschaftskreisläufen in Wert zu setzen. Sowohl Gemeinden mit
Waldanteil im Landkreis wie auch Privatwälder werden in dieses Projekt
miteinbezogen. Am Ende der Projektlaufzeit ist die Erstellung eines
Leitfadens für Kommunen, Planer, Naturschützer und Waldbewirtschafter
vorgesehen, dessen Inhalte europaweit eingesetzt werden können. Die
Region soll hiermit als europaweites Beispiel für gelungenen Waldumbau
präsentiert werden.
EU-LIFE-Projekt "Orsoyer Rheinbogen im Vogelschutzgebiet Unterer Niederrhein"
Orsoyer Rheinbogen
Naturschutzgroßprojekt "Bergwiesen im Osterzgebirge"
"Bergwiesen im Osterzgebirge"
Naturschutzgroßprojekt "Teichgebiete Niederspree-Hammerstadt"
NGP Niederspree-Hammerstadt
Die seit dem 13. Jhd. in der Lausitz stattfindende traditionelle Teichfischerei führte ab dem 16. Jhd. zur Entstehung des Teichgebietes, indem auf grundwassernahen Standorten sowie in aufgelassenen Torfstichen und Lehmgruben Teiche angelegt wurden. Diese Kulturlandschaft ist auch heute noch durch eine Vielzahl zumeist extensiv genutzter Teiche geprägt und Teil des Ober- und Niederlausitzer Teichgebietes; eines der größten Teichgebiete Mitteleuropas.
Die Besonderheiten des Gebietes sind die enge Verzahnung der Lebensräume feuchter Standorte, wie Teiche, Verlandungszonen, Röhrichte, Klein- und Großseggenriede sowie Bruch-, Sumpf- und Moorwäldern als auch das Vorkommen zahlreicher bundesweit seltener und gefährdeter Pflanzen- und Tierarten.
Um diese Kulturlandschaft zu erhalten, sind umfassende Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen vonnöten. Hierzu zählen der Waldumbau, die Wiesenpflege, die Fortführung der extensiven Teichbewirtschaftung sowie insbesondere der Schutz und die Förderung von Arten mit hohem Raum- und Ruheanspruch als auch von Arten der Teiche und Feuchtwälder.
Dynamisierung der Donauauen zwischen Neuburg und Ingolstadt
Auenrenaturierung Neuburg - Ingolstadt
Entwicklung artenreicher Grün- und Offenlandlebensräume in Schleswig-Holstein
Blütenmeer 2020
Zwischen 2014 und 2020 hat die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein im Projekt BlütenMeer 2020 in über 300 Maßnahmen auf Rund 280 Hektar verschiedene Verfahren zur Wiederherstellung artenreicher Grün- und Offenlandlebensräume umgesetzt. Maßnahmen wie Mahdgutübertragung, Wiesendrusch, Einsaaten von Regio-Saatgut und Regio-Plus-Saatgut sowie Auspflanzungen wurden umgesetzt. Besonderheit ist die Pflanz- und Saatgutproduktion (Regio-Plus-Saatgut) von heute seltenen und gefährdeten Arten in der projekteigenen Arche-Gärtnerei für naturschutzfachliche Flächenaufwertungen. Die Erfahrungen aus dem Projekt sind in einem Praxisleitfaden zusammengefasst worden und die Arche-Gärtnerei wurde nach Projektende in einen eigenen Betrieb überführt, der Blütenmeer GmbH, die heute regionales Saat- und Pflanzgut und Dienstleitungen zur Grünlandrestitution anbietet.
Lebensader Oberrhein - Naturvielfalt von nass bis trocken
Lebensader Oberrhein
Städte Wagen Wildnis - Vielfalt erleben
Städte wagen Wildnis
Ökologischer Umbau des Emschersystems
Die neue Emscher
Gewässerrandstreifenprojekt Ill
Ill
Ziel des Projektes war die Wiederherstellung eines dynamischen und intakten Gewässersystems, das vielfältigen Lebensraum für Flora und Fauna darstellt. Im Vordergrund stand hierbei die Schaffung eines ökologisch hochwertigen Bachzustandes, der keiner permanenten Gewässerunterhaltung bedarf, sowie die Wiederherstellung einer hohen Strukturvielfalt im aquatischen, amphibischen und terrestrischen Bereich. Der Grunderwerb und die Umsetzung zahlreicher biotoplenkender Maßnahmen haben die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass mittlerweile auf fast 90 % der Gewässerstrecken eine eigendynamische Entwicklung stattfinden kann. Zudem steht der Ill und ihren Nebenbächen der ursprüngliche Retentionsraum fast vollständig wieder zur Verfügung. In den angrenzenden Auen erfolgt auf rund 95 % der landwirtschaftlich genutzten Flächen eine extensive Grünlandnutzung gemäß den Vorgaben des Pflege- und Entwicklungsplans. Untersuchungen zu Fauna und Flora im Rahmen einer Evaluierung haben eindeutig belegt, dass die Grünlandextensivierung zu einem flächigen Rückgang des Intensiv-Grünlandes geführt hat. Als Ergebnis der Evaluierung konnte 2012 festgestellt werden, dass die Ziele des Projekts vor dem Hintergrund der gegebenen Rahmenbedingungen in einem relativ dicht besiedelten Raum zum größten Teil erfüllt sind. Pflege und Management des Projektgebiets, welches inzwischen als Naturschutz- und Natura 2000-Gebiet ausgewiesen ist, ist langfristig durch den Zweckverband Natura Ill-Theel gesichert.
Weinberge und Streuobst auf Muschelkalk
LIFE+„MainMuschelkalk“
Die Erhaltung und Entwicklung der einzigartigen Landschaft des unterfränkischen Muschelkalks ist das Ziel des LIFE+ Naturschutzprojekts „Mainmuschelkalk“. Das Projektgebiet mit einer Fläche von 4.640 ha umfasst den mainfränkischen Muschelkalkzug entlang des Mittleren Maintals sowie der Täler von Fränkischer Saale und Wern in den Landkreisen Bad Kissingen, Main-Spessart, Würzburg und im Stadtgebiet Würzburg. Die früher weit verbreiteten Magerrasen kommen hier noch auf großer Fläche vor, seltene Tier- und Pflanzengemeinschaften, die anderswo längst verschwunden sind, kann man hier noch häufiger finden.
In den Jahren 2012 bis 2017 wurden mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Union zahlreiche Maßnahmen durchgeführt, die dazu dienen, diese Lebensräume zu verbessern und wieder herzustellen, damit sie und die in ihnen lebenden Arten überleben können.
Gemeinsame Projektpartner waren das Bayerische Staatsministerium für Umwelt (Bay.StMUV) und Verbraucherschutz, der Landkreis Bad Kissingen, der Landkreis Main-Spessart, der Landkreis Würzburg und die Stadt Würzburg. Am Projekt waren zahlreiche weitere Unterstützer beteiligt, ohne deren Mitwirkung eine Umsetzung nicht möglich gewesen wäre, u. a. die Regierung von Unterfranken - Höhere Naturschutzbehörde, das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU), die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) u.v.m.
Das Projekt hatte eine Laufzeit vom 1.8.2012 bis zum 31.10.2017 und ein Gesamtbudget von 2.565.200 €.
Naturschutzgroßprojekt Regentalaue zwischen Cham und Pösing
NSG Regentalaue
Das Regental zwischen Cham und Pösing gehört mit seinem Mosaik aus Weihern, Feuchtwiesen, Fließgewässern, Altwässern und Verlandungszonen zu den wichtigsten und artenreichsten Rückzugsgebieten für gefährdete Tiere und Pflanzen in Bayern. Auf ca. 15 km² leben über 1.000 Tier- und 600 Pflanzenarten. Für viele Arten ist es eines ihrer letzten Rückzugsgebiete. Darüber hinaus sind die Rötelseeweiher Standort für hochspezialisierte Pflanzenarten.
Von internationaler Bedeutung ist das Gebiet allerdings wegen seiner Vogelwelt. Seit 1970 wurden 293 verschiedene Vogelarten (140 Brutvogelarten und 153 Gastvogelarten) beobachtet. Dies entspricht 75 % der bayerischen Vogelarten. Durch die hohe Lebensraumvielfalt entwickelte sich eines der arten- und individuenreichsten Vogelbiotope Bayerns. Von den 28 nach der Roten Liste Bayerns vom Aussterben bedrohten Vogelarten brüten 10 regemäßig im Naturschutzgebiet, weitere 11 Arten kommen als Durchzugsgäste oder unregelmäßige Brutvögel vor. Zu den Charakterarten zählen die 10 bayernweit vom Aussterben bedrohten Brutvogelarten: Knäkente, Löffelente, Zwergdommel, Großer Brachvogel, Uferschnepfe, Bekassine, Rotschenkel, Tüpfelsumpfhuhn, Braunkehlchen und Wiesenpieper.
Wegen seiner überregionalen Bedeutung für zahlreiche stark gefährdete Arten wurde das Regental im Jahr 2000 als SPA- und FFH-Gebiet in das Natura 2000-Gebietesnetz aufgenommen. 2010 erklärte die Regierung der Oberpfalz das Gebiet zum größten Naturschutzgebiet der Oberpfalz.
Naturnahe Flussdynamik an der niedersächsischen Ems
Ems
Das Emstal ist der prägendste Naturraum im Landkreis Emsland.
Durch die Umwandlung ehemaliger Auwaldbestände in Wiesen, Weiden und Ackerland wurde aus der ehemaligen Naturlandschaft eine moderne Kulturlandschaft.
Um die Restbestände wertvoller Natur zu erhalten und weiterzuentwickeln, wurde an der Ems im Rahmen eines Life-Natur-Projekts “Naturnahe Flussdynamik an der niedersächsischen Ems” mehr Naturnähe geschaffen.
„Wege zur Vielfalt – Lebensadern auf Sand“ im Hotspot 22
Hotspot 22-Projekt
Das südliche Emsland und die nördliche Westfälische Bucht ist eine der 30 Regionen, die wegen ihrer Mannigfaltigkeit an Arten und Lebensräumen als Hotspots der biologischen Vielfalt in Deutschland definiert wurden. Sand ist dabei das verbindende Element! Magere Wegesäume mit blühenden Berg-Sandglöckchen und Heiden, in denen z.B. das Schwarzkehlchen brütet, sind typisch für die Landschaft im „Hotspot 22“. In dem von 2013 bis 2019 umgesetzten Projekt „Wege zur Vielfalt – Lebensadern auf Sand“ wurden diese und weitere Lebensräume gefördert und vernetzt. Viele Partner in der Region haben zusammengearbeitet und ihre Kenntnisse und Fähigkeiten eingebracht.
Naturschutzgroßprojekt „Gewässerrandstreifenprojekt Spreewald“
GRPS / Spreewaldprojekt
Naturschutzgroßprojekt Lausitzer Seenland
NGP Lausitzer Seenland
Bergbaufolgelandschaften im Zentrum des Lausitzer Seenlandes sind zuletzt vor etwa 40 Jahren im Zuge des Braunkohlenabbaus in offenen Tagebauen des Lausitzer Reviers entstanden. Durch den Abbau der Braunkohle sind Landschaften in der Lausitz verwüstet und hydrologisch verändert worden. Durch die Entwässerung der Gruben mussten gewaltige Mengen an Grundwasser aus der Landschaft abgeführt werden. Mit der Rückkehr des Grundwassers kamen neue Probleme wie die Versauerung des Oberflächengewässers und die geotechnische Standsicherheit der locker geschütteten Kippen. Zurück blieben magere und kaum bewachsene Innenkippen.
Während solche Landschaften noch vor 30 Jahren als "Mondlandschaften" galten, erkannte man bald ihre Bedeutung für den Naturschutz. Aufgrund ihrer Unzerschnittenheit, Störungs- und Nährstoffarmut sowie Vielgestaltigkeit an Böden und Lebensräumen für Pflanzen und Tiere sind sie von herausragender Bedeutung.
Das NGP hat es sich zur Aufgabe gemacht, wertvolle Lebensräume zu erhalten, zu renaturieren und nach naturschutzfachlichen Kriterien zu entwickeln. Die Ziele des Naturschutzgroßprojektes liegen dabei vor allem in der Anwendung von Pflege- und Schutzstrategien, wie großflächiger Prozessschutz, großflächige Beweidung von Offenland mit Schafen und Rindern, Entwicklung großflächiger Biotope und dem Schutz von seltenen Tieren und Pflanzen.
Naturschutzgroßprojekt Obere Treenelandschaft
Obere Treenelandschaft
Die Obere Treenelandschaft weist ein kleinräumiges Mosaik unterschiedlicher Lebensräume auf, die naturschutzfachlich von hohem Wert sind. Gleichzeitig sind viele Flächen aufgrund der Größe oder Beschaffenheit aus landwirtschaftlicher Sicht von geringerem Interesse. Schon zu Beginn des Großschutzprojektes standen rd. 600 ha für den Naturschutz zur Verfügung und die Umsetzung von Maßnahmen konnte sofort beginnen. Die Akzeptanz des Naturschutzes wurde durch die Präsenz des Naturschutzvereins Obere Treenelnlandschaft vor Ort und die Einbindung der Bevölkerung schnell soweit erhöht, dass die Flächensicherung relativ zügig erfolgen konnte. Es wurde versucht, Landwirten Tauschflächen als Alternativen zu beschaffen, Tierhalter aus der Region wurden als Pächter von Extensivweiden eingebunden. Die allmählichen Veränderungen in der Landschaft wurden und werden bis heute intensiv kommuniziert.
Rheinauen bei Rastatt
Rheinauen bei Rastatt
Wilde Vielfalt im Museum
Wilde Vielfalt im Museum
Das dreijährige Projekt „Wilde Vielfalt im Museum“ der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft (Projektträger) und des LVR-Freilichtmuseums Kommern (Kooperationspartner) hat zum Ziel, die biologische Vielfalt früher häufiger, heute jedoch seltener Wildpflanzenarten der Äcker und Dörfer dauerhaft zu erhalten und zu fördern. Hierzu kombiniert das Projekt die Erhaltung der Arten und ihrer Gesellschaften auf Schutzflächen des Museums mit zahlreichen Umweltbildungsaktivitäten. Dazu gehören u.a. ein digital unterstützter Wildkräuter-Rundweg, Kurse für ehrenamtliche Wildkrautpaten, eine Ausstellung zum Wert von Wildkräutern, Entdeckungsreisen, Grüne Klassenzimmer sowie Führungen für Familien und Fachpublikum.
Auf diese Weise leistet das Projekt „Wilde Vielfalt im Museum“ DIREKT durch Erhaltungsmaßnahmen und INDIREKT durch vielfältige Bildungsangebote einen Beitrag dazu, die Artenvielfalt von Agrarökosysteme zu sichern und wiederherzustellen. Es führt somit das Projekt „Unkraut vergeht nicht – stimmt nicht!“, in dem der Fokus auf dem Dreischritt „Sammeln – Vermehren – Wiederansiedeln“ lag, für den Naturraum Eifel (NRW) weiter und ergänzt dieses in zweierlei Hinsicht: Zum einen werden neben gefährdeten Ackerwildkräutern auch dorftypische Ruderalarten, die aufgrund der „Verstädterung“ ländlicher Siedlungen zunehmend verschwinden, in den Fokus genommen. Zum anderen gewinnen zahlreiche Vermittlungsangebote Engagierte für die eigenständige Förderung der Wildkräutervielfalt in Feld und Dorf.