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Gewässer und Auen
Moore und Feuchtgebiete

Naturschutzgroßprojekt Regentalaue zwischen Cham und Pösing

Bayern

Das Regental zwischen Cham und Pösing gehört mit seinem Mosaik aus Weihern, Feuchtwiesen, Fließgewässern, Altwässern und Verlandungszonen zu den wichtigsten und artenreichsten Rückzugsgebieten für gefährdete Tiere und Pflanzen in Bayern. Auf ca. 15 km² leben über 1.000 Tier- und 600 Pflanzenarten. Für viele Arten ist es eines ihrer letzten Rückzugsgebiete. Darüber hinaus sind die Rötelseeweiher Standort für hochspezialisierte Pflanzenarten.

Von internationaler Bedeutung ist das Gebiet allerdings wegen seiner Vogelwelt. Seit 1970 wurden 293 verschiedene Vogelarten (140 Brutvogelarten und 153 Gastvogelarten) beobachtet. Dies entspricht 75 % der bayerischen Vogelarten. Durch die hohe Lebensraumvielfalt entwickelte sich eines der arten- und individuenreichsten Vogelbiotope Bayerns. Von den 28 nach der Roten Liste Bayerns vom Aussterben bedrohten Vogelarten brüten 10 regemäßig im Naturschutzgebiet, weitere 11 Arten kommen als Durchzugsgäste oder unregelmäßige Brutvögel vor. Zu den Charakterarten zählen die 10 bayernweit vom Aussterben bedrohten Brutvogelarten: Knäkente, Löffelente, Zwergdommel, Großer Brachvogel, Uferschnepfe, Bekassine, Rotschenkel, Tüpfelsumpfhuhn, Braunkehlchen und Wiesenpieper.

Wegen seiner überregionalen Bedeutung für zahlreiche stark gefährdete Arten wurde das Regental im Jahr 2000 als SPA- und FFH-Gebiet in das Natura 2000-Gebietesnetz aufgenommen. 2010 erklärte die Regierung der Oberpfalz das Gebiet zum größten Naturschutzgebiet der Oberpfalz.

Altarm des Regens mit Wasserfeder in der Regentalaue

Details

Projektträger:
Landkreis Cham
Adresse:
Rachelstr. 6
93413 Cham
Förderprogramme:

Förderprogramm des Bundes "Errichtung und Sicherung schutzwürdiger Teile von Natur und Landschaft mit gesamtstaatlich repräsentativer Bedeutung" - finanziell gefördert durch Bundesrepublik Deutschland, Freistaat Bayern und Landkreis Cham

Kooperationspartner:
Höhere Naturschutzbehörde, Regierung der Oberpfalz, Landesbund für Vogelschutz, Kreisgruppe Cham, Familie Fuchs, Landwirtschaftlicher Projektpartner
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Projektbeschreibung

Ziel des Naturschutzprojektes ist die Erhaltung einer naturnahen Fluss-, Auen- und Weiherlandschaft, die Verbesserung der Lebensbedingungen für die im Gebiet vorkommenden Tier- und Pflanzenarten, sowie die Sicherung der biologischen Vielfalt. Außerdem ist das Naturschutzprojekt Regentalaue ein Vorzeigeprojekt für eine konstruktive und erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Naturschutz und Landwirtschaft.

Mitarbeiter der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft begannen Anfang der 70er unter Leitung von Peter Zach, das Gebiet systematisch zu erforschen und die Bestandsentwicklung ausgewählter, typischer Arten langfristig zu untersuchen. Seither wird an über 60 Arten ein Brutvogel- und Rastvogelmonitoring durchgeführt. Zu den untersuchten Vogelarten gehören u. a. Schwarzhalstaucher, Schnatter- und Knäkente, Großer Brachvogel, Uferschnepfe, Rotschenkel, Kiebitz, Braunkehlchen, Blaukehlchen, Schilf- und Drosselrohrsänger, sowie zahlreiche als Durchzügler und Gäste auftretende Arten. 1980 wurde das Langzeitprojekt um Laub- und Moorfrosch und um Wasserfeder, Arnika und Breitblättriges Knabenkraut erweitert. Das Regental gehört daher hinsichtlich der Vögel und Amphibien zu den am besten untersuchten Gebieten Bayerns.

Das Rötelseeweihergebiet und die Regentalaue zwischen Cham und Pösing wurden 1989 in das Förderprogramm des Bundes zur "Errichtung und Sicherung schutzwürdiger Teile von Natur und Landschaft mit gesamtstaatlich repräsentativer Bedeutung" aufgenommen. Die Trägerschaft für das Naturschutzgroßvorhaben übernahm der Landkreis Cham. Die Projektlaufzeit mit Grunderwerb und Durchführung biotoplenkender Maßnahmen dauerte von 1989 bis 1998 und wurde 2001 wegen der hohen Bedeutung um weitere drei Jahre bis Ende 2003 verlängert. Seit 1990 erwarb der Landkreis Cham und der Freistaat Bayern knapp 450 ha Wiesen, Weiher und Äcker für Naturschutzzwecke, darunter die besonders wertvollen Rötelseeweiher, und führte zahlreiche biotopverbessernde Maßnahmen durch. Weitere 50 ha besitzen der LBV und der BUND.

Im Jahr 2000 wurde das Gebiet als SPA- und FFH-Gebiet in das Natura 200-Gebietsnetz aufgenommen und 2010 von der Regierung der Oberpfalz zum größten Naturschutzgebiet der Oberpfalz erklärt.

Zu den zahlreichen biotopverbessernden Maßnahmen zählen u. a.: Oberbodenabtrag zur schnelleren Ausmagerung, Entbuschungen, Wegerückbau, Anlage feuchter, periodisch wasserführender Mulden, Feuchtflächengestaltung, Bachlaufrenaturierung (Pitzlinger Bach), reichere Strukturierung der Verlandungszone, Erweiterung der Wasserflächen und Inselaufschüttungen bzw. -vergrößerungen im Rötelseeweiher.

Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich durch die hohe Lebensraumvielfalt eines der arten- und individuenreichsten Vogelbiotope Bayerns. Seit 1970 wurden 293 verschiedene Vogelarten (140 Brutvogelarten und 153 Gastvogelarten) festgestellt, was 75 % der bayerischen Vogelarten entspricht. Von den 28 nach der Roten Liste Bayerns vom Aussterben bedrohten Vogelarten brüten 10 regelmäßig an den Rötelseeweihern bzw. in der Regenaue, weitere 11 Arten kommen als Durchzugsgäste bzw. unregelmäßige Brutvögel vor. 10 bayernweit vom Aussterben bedrohte Brutvogelarten gehören zu den Charakterarten des Gebiets. Nämlich die Wasservogelarten Knäkente, Löffelente und Zwergdommel und die Wiesenbrüterarten Großer Brachvogel, Uferschnepfe, Bekassine, Rotschenkel, Tüpfelsumpfhuhn, Braunkehlchen und Wiesenpieper.

Eine Besonderheit sind die überregional bedeutenden Vorkommen des Schwarzhalstauchers und der Schwarzkopfmöwe, die mit über 30 beziehungsweise 2-12 Brutpaaren eines der wichtigsten Brutgebiete in Bayern am Großen Rötelseeweiher haben. Für die Knäk- und Löffelente sind die extensiv genutzten Fischweiher eines der letzten Brutgebiete in Bayern und von den äußerst seltenen Wiesenvogelarten Uferschnepfe und Rotschenkel brüten 35 % bzw. 60 % des bayerischen Bestands in den Regenwiesen zwischen Cham und Pösing. Überregionale Bedeutung hat die Regentalaue auch für den Schilfrohrsänger, der mit über 60 Brutpaaren vertreten ist. Vom weltweit bedrohten Wachtelkönig leben bis zu 5 % des bayerischen Bestands in den Wiesen zwischen Cham und Pösing. Daneben brüten 4 % der bayerischen Kiebitze und 5 % der bayerischen Tüpfelsumpfhühner im Regental.

Neben der Bedeutung als Rückzugsgebiet für seltene Brutvögel spielt das Regental eine Schlüsselrolle als Rast- und Durchzugsgebiet in Ostbayern. So rasten hier im Frühjahr bis zu 600 Goldregenpfeifer, im Winter bis zu 650 Blässgänse und bis zu 200 Schellenten und im Spätsommer und Herbst Hunderte von nordischen Limikolen an den Schlammflächen der Rötelseeweiher. Die Zahl der durchziehenden und rastenden Silberreiher kann bis zu 250 Vögel erreichen. Die außergewöhnliche Funktion als "Trittstein" des Vogelzugs wird auch durch die hohen Durchzugszahlen vieler Singvogelarten, die das Gebiet zu den Zughöhepunkten als Übernachtungsplatz nutzen, belegt (z. B. 120.000 Stare und 20.000 Rauchschwalben).

Dokumente

Flyer_Projekt.pdfGröße 2294 KB
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Flyer_Pitzlinger_Bach_2022-11-14-075352_ewaw.pdfGröße 1709 KB
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Flyer_Weideprojekt_RTA.pdfGröße 1915 KB
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