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Städte und urbane Landschaften
Kultur- und Agrarlandschaften

Renaturierung von Kalkmagerrasen auf der nördlichen Münchner Schotterebene

Bayern
Von den 15.000 ha Kalkmagerrasen der Münchner Schotterebene waren 1990 in der Garchinger Heide nur noch 27 ha der ursprünglichen Vegetation erhalten geblieben. In einem von der Bundesforschungsanstalt für Naturschutz und Landschaftsökologie geförderten Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben (E+E) untersuchte die TU München 1993 erstmalig Methoden, wie die Heide auf Ackerflächen wieder angesiedelt werden kann. Der Heideflächenverein hat dafür 30 ha angekauft und 25 ha langfristig gepachtet. Die Ergebnisse wurden 2000 und 2003 vom Bundesamtes für Naturschutz veröffentlicht. Die Wiederansiedlung war so erfolgreich, dass in den folgenden 30 Jahren bis heute in vielen Projekten mit autochthonem Mähgut und Druschgut 300 ha Kalkmagerrasen auf der Münchner Schotterebene wieder hergestellt wurden. Bewirtschaftet werden diese von örtlichen Schäfereien und Landwirten nach naturschutzfachlichen Vorgaben. Begleitet wird das Vorhaben durch Öffentlichkeitsarbeit und seit 2011 durch Umweltbildungsangebote im HeideHaus. Besucher, Kindergärten und Schulen erleben die außerordentliche Artenvielfalt der Heide, sodass diese eine sehr hohe Wertschätzung erfährt. Das Projekt zeichnet sich durch eine breite Beteiligung gesellschaftlicher Gruppen aus: Kontinuität durch kommunales Engagement, wissenschaftliche Expertise und sachkundige Bewirtschaftung durch Landwirte sowie Besucherlenkung und Naturerlebnisangebote erhalten die Artenvielfalt in der Kulturlandschaft mitten in einem urbanen Ballungsraum.
Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben zur Erweiterung der Garchinger Heide

Details

Projektträger:
Heideflächenverein Münchener Norden e.V.
Adresse:
Bezirksstraße 27
85716 Unterschleißheim
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Projektbeschreibung

Gefährdung der Kalkmagerrasen auf der Münchner Schotterebene Von den ehemals 15.000 ha Kalkmagerrasen war im Jahr 1990 nur noch im Naturschutzgebiet Garchinger Heide auf 27 ha die ursprüngliche Vegetation vorhanden. In der Fröttmaninger Heide, der größten Fluss-Schotterheide Süddeutschlands, war zwar der nährstoffarme Standort erhalten geblieben, jedoch wurde die Vegetation durch die militärische Nutzung tiefgreifend gestört. Dennoch war das Artenpotenzial so groß, dass sie zusammen mit weiteren 5 Teilflächen mit einer Größe von i.g. 1.915 ha als NATURA 2000 - Gebiet Nr. 7735-371 "Heideflächen und Lohwälder nördlich von München" Teil des europäischen Schutzgebietsnetzes wurde. Wissenschaftliches Vorhaben zur Sicherung und Erweiterung der Garchinger Heide In einem von der Bundesforschungsanstalt für Naturschutz und Landschaftsökologie geförderten Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben (E+E) mit einem Volumen von 2 Millionen Euro, untersuchte der Lehrstuhl für Vegetationsökologie der TU München 1993 erstmalig Methoden, wie die Heide auf Ackerflächen wieder angesiedelt werden kann. Der Heideflächenverein hat als Träger des investiven Vorhabens Erweiterungsflächen von 30 ha gekauft und 25 ha gepachtet. Die Ergebnisse wurden 1999 in einem wissenschaftlichen Symposium der Fachwelt vorgestellt und 2000 sowie 2003 in der Schriftenreihe des Bundesamtes für Naturschutz veröffentlicht. Ausdehnung der Renaturierungsflächen auf 300 ha Die Wiederansiedlung der Heidearten war so erfolgreich, dass der Heideflächenverein eine Mähgutbörse aufbaute, sodass in den 30 Jahren bis heute von vielen Projektträgern mit autochthonem Mähgut 300 ha Kalkmagerrasen auf der Münchner Ebene wieder angesiedelt wurden. Der Verein verantwortet heute das Management von 800 ha im NATURA 2000 - Gebiet. Auf den ehemaligen Militärgeländen setzt er aktuell und in den nächsten Jahrzehnten auf i.g. 300 ha Renaturierungen im Nationalen Naturerbe Mallertshofer Holz (200 ha) und im Naturschutzgebiet Fröttmaninger Heide (100 ha) um. Erhaltung der Kulturlandschaft durch traditionelle Landnutzung Die an naturschutzfachlichen Zielen orientierte Pflege und Bewirtschaftung der Flächen übernehmen örtliche Landwirte und Schäfereien. Der Heideflächenverein kooperiert mit fünf Hüteschäfereien, die mit ihren 3.000 Schafen sowie einigen hundert Ziegen die Erhaltung dieser einmaligen Weidelandschaft und deren Artenvielfalt sicherstellen. Öffentlichkeitsarbeit und Bildung für nachhaltige Entwicklung Begleitet wurde das Projekt von Anfang an durch eine qualifizierte Öffentlichkeitsarbeit in Kooperation mit den wissenschaftlichen Instituten. Im Jahr 2011baute der Verein die Umweltstation HeideHaus in München Fröttmaning, die das Tor zur Heide bildet. Besucher, Kindergärten und Schulen erleben die außerordentliche Artenvielfalt der Heide, sodass diese eine hohe Wertschätzung erfährt. Breite Beteiligung gesellschaftlicher Gruppen Der komplexe Ansatz des Projektes bindet viele verschiedene gesellschaftliche Gruppen in das Projekt ein. Der Fachbeirat des Heideflächenvereins, in dem wissenschaftliche Institute, Naturschutzverbände, Landwirte, Forst- und Naturschutzbehörden, Schäfereiverbände und die Bayerische Botanische Gesellschaft zusammenarbeiten, berät den Verein in fachlichen Fragen und trägt zur gesellschaftlichen Akzeptanz der Maßnahmen bei. Projekte des Heideflächenverein Münchener Norden e.V. 1993 - 2002 Träger des "Erprobungs- und Entwicklungsvorhabens zur Sicherung und Entwicklung der Heideflächen (E+E)" 1993 / 2021 Pflege- und Entwicklungsplan für das NSG Garchinger Heide 1993 bis 2022 und lfd. Mähgutgutbörse für die Wiederansiedlung von autochthonen Kalkmagerrasen auf 300 ha der Münchner Ebene 2007 Grunderwerb von 334 ha in der Fröttmaninger Heide 2007 - 2010 Pflege- und Entwicklungsplan und Ausgleichsflächenkonzept Fröttmaninger Heide 2010 bis 2047 Heiderenaturierung i.R. des interkommunalen Ökokontos Fröttmaninger Heide auf 100 ha 2009 - 2011 Bau der Umweltstation HeideHaus, bis 2022 i.g. 1.400 Veranstaltungen mit 24.000 Besucher*innen 2013 - 2022 und lfd. Renaturierung im Nationalen Naturerbe Mallertshofer Holz (200 ha) 1992 - 2022 und lfd. jährliche Pflegemaßnahmen auf aktuell 600 ha Offenland und lichten Wäldern des NATURA 2000 - Gebietes 2019 - 2021 "Das Gfild blüht auf" - Anlage von 6 ha Magerwiesen in Kooperation mit Gemeinden und Bauhöfen 2021 - 2022 "Einfach säen - Vielfalt ernten" - Multiplikatorenschulung in den Mitgliedskommunen Ziele für eine nachhaltige Entwicklung im Sinne der AGENDA 2030 In seinen Projekten berücksichtigt der Heideflächenverein die ökologischen, ökonomischen und sozial-kulturellen Aspekte im Sinne der AGENDA 2030 und trägt damit maßgeblich zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele bei - insbesondere der SDGs Nr. 14 Leben unter Wasser, Nr. 15 Leben an Land, Nr. 16 Klimaschutz, Nr. 17 Partnerschaften zur Erreichung der Ziele und Nr. 4 Hochwertige Bildung sowie der SDGs Nr. 8, Nr. 11, Nr. 13 und Nr. 16.

Dokumente

Flyer-Heideflächenverein2021_online.pdfGröße 435 KB
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