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Kultur- und Agrarlandschaften

Co-Design ökologisch und ökonomisch effizienter Politikinstrumente und Maßnahmen zur Erhaltung von Biodiversität und Ökosystemleistungen in Kulturlandschaften

Sachsen

In ECO²SCAPE entwickeln wir gemeinsam mit Landwirt:innen und Akteur:innen in der Fallstudienregion im Nordwesten Sachsens zwischen den Städten Eilenburg und Bad Düben verschiedene Maßnahmen zum Erhalt von Biodiversität und Ökosystemleistungen. Diese werden in die pilothafte Umsetzung gebracht, mit einem innovativen und systemischen Forschungsansatz wissenschaftlich begleitet und auf Übertragbarkeit über die Fallstudienregion hinaus geprüft.

Die Maßnahmen werden so gestaltet, dass sie auf eine möglichst breite Akzeptanz bei den relevanten Akteur:innen und in der Gesellschaft stoßen und aus ökologischer wie ökonomischer Sicht effizient sind. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf innovativen Honorierungsansätzen wie ergebnisorientierten und kooperativen Zahlungen. Für die ergebnisorientierten Honorierungsansätze entwickeln wir einen vielversprechenden Ansatz für die akustische Erfassung von Vögeln mit neuen Methoden des maschinellen Lernens, so dass Verfahren dieser Art in Zukunft preiswert und effizient eingesetzt werden können.

Das Projekt leistet einen Beitrag zur Wiederherstellung von diversen Agrarökosystemen, wie sie in der Vergangenheit in traditionell geprägten Kulturlandschaften vorzufinden waren. Dabei spielt insbesondere die Wiederherstellung von Landschaftsstrukturelementen und naturschutzgerechten Bewirtschaftungsweisen eine Rolle. Darüber hinaus wollen wir die Verbundenheit von Landwirt:innen und Ökosystemen besser verstehen und wieder stärken.

Details

Projektträger:
Projektträger für das Bundesministerium für Bildung und Forschung: VDI/VDE Innovation + Technik GmbH
Adresse:
Helmholtz Str. 10
01069 Dresden
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Projektbeschreibung

Im Projekt ECO²SCAPE (10/2021-09/2024) entwickeln wir mit Landwirt:innen und lokalen Akteur:innenpraxisnahe und vielfaltsfördernde Maßnahmen. Systemische und innovative Forschung in verschiedenen Fachdisziplinen (Agrarsoziologie, Politikwissenschaften, maschinelles Lernen, Landschaftsökologie, Umweltökonomie und ökologisch-ökonomische Optimierung) geht Hand in Hand mit praktischer Erprobung und Untersuchung der Übertragbarkeit auf die landwirtschaftliche Praxis in Biosphärenreservaten Deutschlands.

Ziel 1: Co-Design und Umsetzung praktischer Maßnahmen zum Erhalt von Biodiversität und Ökosystemleistungen unter Berücksichtigung regionaler Biodiversitätsziele und Leitbilder. Die in den ersten Projektmonaten gemeinsam mit Landwirt:innen aus der Modellregion entwickelten Acker- und Grünlandmaßnahmen sind spezifisch auf die ökologischen und sozio-ökonomischen Bedingungen der Region zugeschnitten, d.h. bei der konkreten Ausgestaltung werden unter anderem regionale Biodiversitätsziele und Kosten und Herausforderungen, die für die Landwirt:innen entstehen, berücksichtigt. Die Maßnahmen werden auf von den Betrieben selbst ausgewählten landwirtschaftlichen Flächen pilothaft umgesetzt und erprobt.

Ziel 2: Erprobung und Weiterentwicklung neuer, kostengünstiger Technologien für das akustische Biodiversitätsmonitoring. Auf Basis ökoakustischer Aufnahmen mit automatisierten Aufnahmegeräten in der Modellregion werden neue Methoden des maschinellen Lernens zur Erkennung von Vogelarten der Agrarlandschaft entwickelt. Langfristig sollen Landwirt:innen und Naturschutzvertreter:innen diese innovative Technologie einsetzen können, um Informationen zur Effektivität von Vogelschutzmaßnahmen zu erhalten. Ein Vergleich der Kosten für Audiomonitoring und ornithologische Kartierung wird erarbeitet.

Ziel 3: Räumliche Analyse geeigneter Flächen und Modellierung der zu erwartenden ökologischen Effekte von Maßnahmen im Landschaftskontext der Modellregion. Die ökologischen Effekte von aktuellen und potentiellen Maßnahmen zum Schutz von Biodiversität (Vögel, Pflanzen) und Ökosystemleistungen (Kohlenstoffspeicherung, Wasserreinigung) werden im Landschaftskontext, d.h. unter Berücksichtigung von Umweltgradienten, Landnutzung und Landschaftsstruktur bewertet, um besonders geeignete Maßnahmen und deren räumliche Allokation in der Landschaft zu bestimmen.

Ziel 4: Optimierung von Maßnahmen und Politikinstrumenten mittels ökonomisch-ökologischer Modelle und eines softwarebasierten Planungstools. Es wird untersucht, wie kooperative Honorierung in einer realen Landschaft ökonomisch effizient ausgestaltet werden kann. Außerdem wird anhand einer zu entwickelnden Optimierungssoftware die Effizienz ergebnis- und maßnahmenorientierter Honorierung verglichen. Darüber hinaus wird gemeinsam mit dem Landschaftspflegeverband Nordwestsachsen e.V. ein softwarebasiertes Planungstool entwickelt, welches u.a. die kosteneffiziente Optimierung von Maßnahmen auf Landschaftsebene mit Blick auf Biodiversität und Ökosystemleistungen ermöglicht.

Ziel 5: Untersuchung der gesellschaftlichen Akzeptanz und Steigerung der Transparenz und Teilhabe bzgl. Schutzmaßnahmen für Biodiversität und Ökosystemleistungen. Wichtige Faktoren für die Akzeptanz von Maßnahmen und Politikinstrumenten sowie gesellschaftliche Werte, die für den Natur- und Ressourcenschutz eine Rolle spielen, werden in der Fallstudienregion mittels Interviews sowie ethnographischer Methoden und empirischer Sozialforschung erforscht. Die Ergebnisse dienen der Erarbeitung von Konzepten und Formaten für die Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit, um die Wertschätzung von Biodiversität und Ökosystemleistungen innerhalb und außerhalb der Modellregion zu fördern. In einem ersten Schritt wurden Walking Interviews mit 13 Landwirt:innen durchgeführt und u.a. die partizipative Photovoice-Methode angewandt.

Ziel 6: Entwicklung eines innovativen Politikmix durch Integration biodiversitätsfördernder Maßnahmen in Politikinstrumente und Governance-Strukturen. Die erarbeiteten Maßnahmen, ihre ökonomische und ökologische Bewertung und Akzeptanz sind Grundlage für die Gestaltung eines Politikmix. Der Fokus liegt auf den Potentialen ergebnisorientierter und kooperativer Honorierungen und Möglichkeiten, diese in bestehende Politikinstrumente zu integrieren oder Vorschläge für alternative Ausgestaltungsmöglichkeiten zu machen (insbesondere auf Landesebene für die spätere Umsetzung interessant).

Ziel 7: Ableitung von Faktoren für bestmögliche Übertragung. ECO²SCAPE widmet sich der Übertragbarkeit der im Projekt entwickelten Instrumente, Maßnahmen und Konzepte. Hierfür fungiert der Nationale Naturlandschaften e.V. als Praxispartner, gemeinsam mit drei beteiligten Biosphärenreservaten. Ziel ist es, die Faktoren, Anpassungsoptionen und Einschränkungen für eine erfolgreiche Übertragbarkeit zu analysieren. Hierzu dienen auch die geplanten „Peer-to-Peer“-Veranstaltungen für den fachlichen Austausch zwischen Landwirt:innen verschieder Regionen.

Dokumente

E2S_Poster_TU-Dresden_2022-06-10-172723_tgpj.pdfGröße 616 KB
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