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Renaturierungsprojekte
Blühende Haltestellen
Hamburg
Mit dem Projekt „Blühende Haltestellen“ wandeln die Deutsche Wildtier Stiftung und der Hamburger Verkehrsverbund (hvv) artenarme Grünflächen im Umfeld von Schnellbahn-Haltestellen in vielfältige Blühflächen für Wildbienen und andere Insekten um. Seit 2020 wurden an elf Hamburger Haltestellen heimische Wildblumen eingesät, Stauden gepflanzt sowie zusätzliche Nist- und Strukturelemente geschaffen. Informationstafeln und Medienarbeit machen die Flächen für Fahrgäste sichtbar und stärken das Bewusstsein für Biodiversität im Alltag. Das begleitende Monitoring zeigt den Erfolg: 2022 und 2024 wurden insgesamt 198 Bienen- und Wespenarten nachgewiesen, darunter 19 Arten der Roten Liste und 22 blütenspezialisierte Wildbienenarten. Damit erreichen die Flächen rund 26 % der Hamburger Stechimmenfauna und zeigen, dass selbst kleine urbane Standorte wichtige Trittsteine im Biotopverbund sein können.

Haltestelle SchlumpFoto: Deutsche Wildtier Stiftung
Details
- Projektträger:
- Deutsche Wildtier Stiftung
- Förderprogramme:
- Eigenfinanziert
- Kooperationspartner:
- Hamburger Verkehrsverbund (HVV)
Projektbeschreibung
Mit dem Projekt „Blühende Haltestellen“ zeigen die Deutsche Wildtier Stiftung und der Hamburger Verkehrsverbund (hvv), wie urbane Infrastrukturflächen zu wertvollen Lebensräumen für Insekten entwickelt werden können. Ziel ist es, bislang artenarme Grünflächen im Umfeld von Schnellbahn-Haltestellen in vielfältige Blühflächen umzuwandeln und damit einen Beitrag zum Schutz der biologischen Vielfalt in der Stadt zu leisten. Gleichzeitig sollen stark frequentierte Orte des öffentlichen Verkehrs zu sichtbaren Lern- und Erlebnisräumen für Natur im Alltag werden.
Ausgangspunkt des Projekts ist der weltweit beobachtete Rückgang von Insekten, insbesondere von bestäubenden Arten wie Wildbienen. Ursachen sind unter anderem der Verlust geeigneter Lebensräume und fehlende Nahrungsquellen. Städte können hier eine wichtige Rolle als Ersatz- und Vernetzungsräume spielen. Gerade Straßenbegleitgrün und kleinere innerstädtische Flächen besitzen ein bislang oft unterschätztes Potenzial für Biodiversität.
Seit 2020 wurden Grünflächen an elf Hamburger Schnellbahn-Haltestellen – darunter Burgstraße, Schlump und Sternschanze – ökologisch aufgewertet. Die Flächen wurden vorbereitet, mit regional zertifiziertem Wildblumensaatgut eingesät und durch heimische Stauden ergänzt. Frühblüher sorgen bereits im zeitigen Frühjahr für wichtige Nahrungsquellen. Ergänzende Strukturelemente wie offene Bodenstellen oder Totholz schaffen zusätzliche Nistmöglichkeiten für Wildbienen und andere Insekten.
Das Projekt verbindet praktische Naturschutzmaßnahmen mit Umweltbildung. Informationstafeln, Medienarbeit sowie Beiträge im Fahrgastfernsehen des hvv machen die Bedeutung der Flächen für die biologische Vielfalt sichtbar und sensibilisieren Fahrgäste für den Schutz von Bestäubern. Gleichzeitig steigern die Blühflächen die Aufenthaltsqualität im Haltestellenumfeld und tragen zur positiven Wahrnehmung urbaner Natur bei.
Das begleitende Monitoring belegt den Erfolg der Maßnahmen eindrucksvoll: In den Jahren 2022 und 2024 wurden insgesamt 198 Bienen- und Wespenarten auf den Projektflächen nachgewiesen, davon 173 Arten allein im Jahr 2024. Darunter befinden sich 19 Arten der Roten Liste sowie 22 blütenspezialisierte (oligolektische) Wildbienenarten. Insgesamt erreichen die Flächen rund 26 % der gesamten Hamburger Stechimmenfauna. Die Ergebnisse zeigen, dass selbst kleine innerstädtische Standorte als wirkungsvolle Trittsteine im Biotopverbund zur Förderung der Biodiversität beitragen können.
„Blühende Haltestellen“ versteht sich als Modellprojekt für eine biodiversitätsfreundliche Gestaltung von Verkehrs- und Infrastrukturflächen. Die gewonnenen Erfahrungen bieten eine Grundlage, um das Konzept auf weitere Standorte zu übertragen und langfristig mehr naturnahe Lebensräume im urbanen Raum zu schaffen.








