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Aktivierungsprojekte
BienenBrückenBauen
Sachsen
Das Projekt BienenBrückenBauen widmet sich dem Wildbienenschutz in der Landeshauptstadt Dresden. Wir geben Wissen an engagierte Bürger*innen weiter, schaffen neue Lebensräume, fördern die Verbreitung von heimischen Wildpflanzen und führen eine Bestandsaufnahme der Wildbienen im Stadtgebiet durch. Durch die Schaffung von Lebens- und Reproduktionsstätten für Wildbienen im Stadtgebiet trägt das Projekt aktiv zur Verbesserung der Lebenssituation nicht nur von Wildbienen, sondern von allen Insektengruppen bei. Im Rahmen des Monitorings auf verschiedenen städtischen Flächen konnten in den ersten beiden Projektjahren bereits 205 der ca. 400 sächsischen Wildbienenarten nachgewiesen werden. In Verbindung mit der umfangreichen Öffentlichkeitsarbeit werden zahlreiche Bürger*innen sensibilisiert und zu Multiplikator*innen. Ihr Wissen und Engagement tragen sie weiter und schaffen durch unsere Maßnahmen inspirierte Oasen für Wildbienen mit Wildpflanzen auf Balkonen sowie Vor- und Kleingärten.

Gemeine Trauerbiene (Melecta albifrons)Foto: Robert Kunter
Details
- Projektträger:
- Umweltzentrum Dresden e. V.
- Förderprogramme:
- Gefördert im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit sowie mit Mitteln des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft.
- Kooperationspartner:
- Wohnungsgenossenschaften, Eigenbetrieb Sportstätten Dresden, Volkshochschule Dresden, TU Dresden, HTW Dresden, verschiedene Kultur- und Bildungsreinrichtungen in der Stadt, Kleingartenvereine
Projektbeschreibung
Das Projekt startete im Oktober 2023 und hat die Förderung von Wildbienen in der Stadt Dresden zum Ziel. Dabei werden Trittsteinbiotope geschaffen und damit das Angebot an Nahrungs- und Nisthabitaten erhöht. In kostenfreien Bildungsangeboten sensibilisiert das Projekt Dresdner Bürger*innen für den Schutz von Wildbienen und befähigt sie zum eigenständigen, fachlich richtigen Handeln im Wildbienenschutz.
Das Projekt fußt auf drei wesentlichen Säulen: Umweltbildung, Maßnahmenumsetzung und Wildbienenmonitoring.
Ein umfangreiches Angebot an verschiedenen Vorträgen, Workshops und Exkursionen bildet die Säule Umweltbildung. Hierdurch wird das Wissen über Wildbienen bei den Teilnehmenden erweitert und die Akzeptanz für deren Schutz gesteigert. Im Rahmen von ca. 250 Veranstaltungen in den Jahren 2024 und 2025 wurden fast 20.000 Teilnehmende erreicht. Neben Vorträgen führten Einsteiger- und Fortgeschrittenen-Bestimmungskurse zu Wildbienen Bürger*innen in dieses Fachgebiet ein. Bei Informationsveranstaltungen vielfältige Gespräche zu Bedeutung und Unterstützungsmöglichkeiten von Wildbienen geführt.
Die zweite Säule ist die Umsetzung verschiedener Maßnahmen im Stadtgebiet für die Schaffung neuer Lebensräume mit Nahrungs- und Nistangeboten. Acht großflächige Maßnahmen wurden bereits im Stadtgebiet umgesetzt, weitere folgen bis zum Ende der Projektlaufzeit 2027. Auf den mindestens 500 qm großen Maßnahmenflächen erfolgt zur Erweiterung des Nektarangebotes die Anlage eines Pflanzstreifens mit heimischen Wildpflanzen, die in der projekteigenen Gärtnerei aus vorwiegend gebietseigenem Saatgut angezogen wurden. Zudem gab es 18 sogenannte kleinere Maßnahmeflächen sowie 327 Dresdner Bürger*innen, die Pflanzen für ihre Balkone und Gärten bekommen haben. Insgesamt kamen in den ersten beiden Jahren über 10.000 Pflanzen zum Einsatz. Die so ausgebrachten Pflanzen sollen sich über die nächsten Jahre selbständig auf den Grünflächen ausbreiten und so das Nektar- und Blütenangebot im Stadtgebiet dauerhaft fördern. Speziell für bodennistende Wildbienen werden Sandarien und künstliche Lehmwände aus mit Sandsteinen und Sand-Lehmgemisch gefüllten Gabionen aufgestellt. Besonders wichtig ist die Umstellung bisher intensiv gepflegter Grünanlagen auf eine extensive Mahd durch die Flächeneigentümern und Bewirtschaftern. Neben Wildbienen profitieren von diesen Maßnahmen auch zahlreiche andere bestäubende Insektenarten.
Das Wildbienenmonitoring als dritte Säule des Projektes dient der Erfolgskontrolle der Maßnahmen und der umfassenden Bestandserfassung der Wildbienen in Dresden. Für das Stadtgebiet konnten so bereits 205 Bienenarten nachgewiesen werden. Davon stehen 34 Arten in der Roten Liste Deutschlands als gefährdet oder stark gefährdet und 22 Arten auf der Vorwarnliste. Hervorzuheben sind die Funde der Gestutzten Fleckenbiene (Thyreus truncatus) und der Spitzfühler-Stängelbiene (Osmia acuticornis), zwei Wildbienenarten, deren Vorkommen für Dresden nicht bekannt war.






