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Aktivierungsprojekte
Insektenbündnis Hannover
Niedersachsen
Das Insektenbündnis Hannover vereint 25 Organisationen der Stadtgesellschaft und setzt sich seit 2020 dafür ein, neue Lebensräume für Insekten zu schaffen und miteinander zu vernetzen. Ein besonderer Fokus liegt zudem auf Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung, um zu zeigen, wie jede*r selbst für den Insektenschutz aktiv werden kann. Die Bündnismitglieder bringen vielfältige Kompetenzen ein und arbeiten auf Augenhöhe an der sukzessiven Umsetzung gemeinsam beschlossener Ziele und Maßnahmen. Themenspezifische Arbeitsgruppen, z. B. zur insektenfreundlichen Umgestaltung von Flächen, zum Monitoring oder Umweltbildung, ermöglichen Erfahrungsaustausch und einen kooperativen Lernprozess. Das Insektenbündnis Hannover ist ein herausragendes Beispiel für die Wiederherstellung von Ökosystemen, weil es nicht nur die ökologische Aufwertung und Vernetzung von Lebensräumen vorantreibt, sondern auch durch gemeinsame Aktionen den Insektenschutz und gesellschaftlichen Zusammenhalt gleichermaßen fördert.

Naturnah umgestaltete Grünfläche in HannoverFoto: Chris Zoch / Landeshauptstadt Hannover
Details
- Projektträger:
- Landeshauptstadt Hannover, Fachbereich Umwelt und Stadtgrün (Koordination)
- Förderprogramme:
- Die Finanzierung erfolgt aus Haushaltsmitteln der Landeshauptstadt Hannover sowie aus Eigen- und Drittmitteln der beteiligten Organisationen. Die Region Hannover unterstützt das Bündnis jährlich im Rahmen einer Zuwendung.
- Kooperationspartner:
- 25 Bündnismitglieder: NABU Hannoverscher Vogelschutzverein von 1881 e.V., Deutsche Umwelthilfe e.V., BUND Region Hannover e.V., Umweltzentrum Hannover e.V., Landeshauptstadt Hannover, Region Hannover, Naturschutzbeauftragte der Region Hannover, Ökologische Schutzstation Steinhuder Meer e.V., Ökologische Schutzstation Mittleres Leinetal e.V., Kreisimkerverein Hannover e.V., Verein für Insektenkunde e.V., Hannover summt! e.V., Naturhistorische Gesellschaft Hannover e.V., Bezirksverband Hannover der Kleingärtner e.V., Deutscher Alpenverein Sektion Hannover e.V., Bürgerinitiative Umweltschutz e.V., Naturschutzverband Niedersachsen e.V., Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover, Bund Deutscher Landschaftsarchitekt:innen Niedersachsen+Bremen e.V., Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Landvolk Hannover e.V., hanova WOHNEN GmbH, KSG Hannover GmbH, Aha – Zweckverband Abfallwirtschaft der Region Hannover, ÜSTRA Hannoversche Verkehrsbetriebe Aktiengesellschaft; Kooperationspartner*innen: Globetrotter Ausrüstung GmbH / Filiale Hannover und Schloss-Shop Herrenhäuser Gärten für die Abgabe der Hannovermischung „Blühende Gärten“ in Kleinstmengen an Privatpersonen
Projektbeschreibung
Das Insektenbündnis Hannover ist ein Kooperationsprojekt, das Synergien zwischen verschiedensten Akteur*innen schafft und die Identifikation mit dem Thema Insektenschutz in der breiten Öffentlichkeit verankert. Im Bündnis sind 25 Organisationen der Stadtgesellschaft vertreten, die wiederum spezifische Kompetenzen und Netzwerke umfassen und somit sehr unterschiedliche Zielgruppen ansprechen können. Dadurch wird ein starker Rückhalt in der Stadtgesellschaft gewährleistet.
Die Ziele des Insektenbündnisses Hannover sind der Erhalt und die Erhöhung von Artenvielfalt und Populationsstärken von Insekten in Stadt und Region Hannover, einem Einzugsgebiet mit mehr als 1,2 Mio. Einwohner*innen, durch Aufwertung und Vernetzung von Insektenlebensräumen. Das Insektenbündnis möchte durch Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung Bewusstsein für den Insektenschutz schaffen und hierzu insbesondere auch öffentliche und private Flächeneigentümer*innen durch Kooperation, Erfahrungsaustausch und gegenseitige Unterstützung einbeziehen.
Die Grundlage für das Bündnis ist eine verbindliche Deklaration für ein insektenfreundliches Handeln, die eine freiwillige Selbstverpflichtung aller Mitglieder zur sukzessiven Umsetzung konkreter Maßnahmen darstellt. Insbesondere für die Aktivierung der Mitglieder und der Öffentlichkeit setzt das Insektenbündnis auf eine Vielzahl praxisnaher und niedrigschwelliger Maßnahmen:
a) Praxisbeispiele mit Vorbildcharakter, z. B. naturnah umgestaltete öffentliche Grünflächen und Flächen von Bündnismitgliedern, die ein anderes „Schönheitsempfinden“ fördern;
b) (Weiter-)Bildung und Beratung, z. B. durch Mitmachaktionen, Workshops und Infostände, Führungen über umgestaltete Flächen sowie frei zugängliche Materialien wie Broschüren und Saatgut;
c) Vernetzung, z. B. durch regelmäßige Treffen in Arbeitsgruppen und gemeinsame Exkursionen zu Best Practice-Beispielen auch außerhalb von Hannover;
d) Partizipation, v. a. durch aktive Einbindung von Erfahrungs- und Fachwissen der Beteiligten sowie nachhaltige Wissensvermittlung, die auf Mitgestaltung und praktische Umsetzung setzt, oder durch besondere Veranstaltungsformate wie Kunstausstellungen.
Das Insektenbündnis zeigt bereits vielfältige Wirkungen und Ergebnisse: Es wurden zahlreiche Flächen durch den Fachbereich Umwelt und Stadtgrün ökologisch aufgewertet. Auf den Flächen kommen schonende Mahdtechniken zum Einsatz und zusätzliche Strukturen wie Sandarien werden angelegt. Mit diesem Ansatz wurden bisher ca. 15 % der innerstädtischen Grünflächen umgestaltet. Auch auf privaten Flächen wie Firmengeländen und Gärten werden zunehmend Umgestaltungen sichtbar. Mit eigens im Insektenbündnis entwickelten regio-zertifizierten Saatgutmischungen, den „Hannovermischungen“, werden zudem Blühflächen angelegt. Bislang wurden mehr als 400 Einzelprojekte im Stadtgebiet umgesetzt. Das Insektenbündnis dient als Netzwerkplattform, um die verschiedenen Initiativen und Ideen der Mitglieder bestmöglich zusammenzubringen.



