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Gewässer und Auen
Wälder

Lebensader Oberrhein - Naturvielfalt von nass bis trocken

bundeslandübergreifend
Die nördliche Oberrheinebene zwischen Bingen und Iffezheim ist geprägt von einer Vielfalt verschiedener Lebensräume und Biotoptypen. Viele dieser Lebensräume sind durch die Bewirtschaftung und Nutzung des Menschen entstanden. Feuchtgebiete der Rheinauen oder im Speyerbachschwemmfächer haben durch Renaturierungsmaßnahmen bzw. ein umfassendes Wieder-Vernässungsprogramm von dem Projekt profitiert. Amphibienarten wie Laubfrosch, Moorfrosch oder Knoblauchkröte waren Nutznießer dieser Maßnahmen. Offenlandbiotope von Sandmagerrasen bis zu Stromtalwiesen konnten durch Biotopentwicklung wieder hergestellt werden und sind nun Lebenraum für seltene Pflanzen und Insektenarten.
Reaktivierte Binnendüne bei Dudenhofen mit LehrpfadtafelFoto: NABU Robert Egeling

Details

Projektträger:
NABU Landesverband Rheinland-Pfalz
Adresse:
NABU-Zentrum Rheinauen/Mainzer Str. 302
55411 Bingen
Förderprogramme:

Bundesprogramm Biologische Vielfalt

Kooperationspartner:
NABU Baden-Württemberg
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Projektbeschreibung

Der Hotspot 10 „Nördliche Oberrheinebene mit Hardtplatten“ erstreckt sich über die drei Bundesländer Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Hessen. Maßgebliches Landschaftselement für das Gebiet ist der Rhein mit seinen Nebengewässern und Auen. Gleichzeitig ist dieser größte deutsche Fluss mit seinen Deichen eine wichtige und überregional bedeutsame Vernetzungsachse für Tiere und Pflanzen. Ein wesentliches Charakteristikum des Gebietes ist darüber hinaus die große Bandbreite von nassen bis trockenen Lebensräumen. Im Bereich des Hotspots und seinem näheren Umkreis leben mehrere Millionen Menschen, was zu einem hohen Nutzungs-, Freizeit- und Siedlungsdruck in der Region führt. Projektpartner waren die beiden NABU-Landesverbände Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg, die im Verlauf des sechsjährigen Vorhabens eine Erhöhung der biologischen Vielfalt im Bereich des Hotspots erreichen wollten. Dazu wurden u. a. naturschutzfachliche Maßnahmen in besonders bemerkenswerten Lebensraumtypen umgesetzt und über eine intensive Öffentlichkeitsarbeit die Identifikation der zahlreichen hier lebenden Menschen mit dem Hotspot gesteigert. Die Projektmaßnahmen im hessischen Teil des Hotspots wurden vom NABU-Rheinland-Pfalz mitbetreut. In den Auebereichen des Hotspots gibt es nur noch wenige naturnahe Waldbereiche. Insbesondere alte Waldbestände sind selten. Noch bestehende Auwaldflächen wurden, u. a. über den Kauf von Altbäumen, gesichert, während geeignete Aufforstungsflächen zu naturnahem Auwald entwickelt wurden. Durch den Klimawandel sind Trockenperioden seit vielen Jahren insbesondere im Sommer häufiger, so dass Kleingewässer oft trocken fallen. Um der deshalb zu erwartenden Beeinträchtigung der Habitatqualität entgegen zu wirken und eine stärkere Vernetzung von Amphibienpopulationen in der Aue zu erreichen, wurden an zahlreichen Stellen in der Region Kleingewässer wiederhergestellt oder neu angelegt. Durch die größere Dichte der Kleingewässer in der Landschaft wurde deren Vernetzung im Sinne von Trittsteinbiotopen deutlich verbessert. Eine deutliche Aufwertung von wasserabhängigen Biotoptypen wie Feuchtwiesen, Bruchwälder und flache Gewässer konnte durch die Reaktivierung alter Gräben und Bachläufe im Bereich des Speyerbachschwemmfächers erreicht werden. Hierbei profitierte auch der allgemeine Landschaftswasserhaushalt in dem großen Waldkomplex von den durchgeführten Maßnahmen. Auch für trockenes und feuchtes Grünland wie Stromtalwiesen, Trockenrasen und Dünenstandorte erfolgte im Projekt eine Aufwertung vorhandener Flächen aber auch die Neuanlage. Letztere wird u. a. mit der Übertragung von Mahdgut von geeigneten Spenderflächen erreicht. Aufbauend auf Bestandserhebungen und der Identifizierung geeigneter Lebensräume wurden konkrete Wiederansiedlungsmaßnahmen für die Sumpfschildkröte und den Schlammpeitzger durchgeführt. Seltene Pflanzenarten z. B. der Stromtalwiesen und Sandtrockenrasen wurden, unabhängig von existierenden Beständen, in Erhaltungskulturen gesichert, so dass zusätzliche Möglichkeiten der Wiederausbreitung bestehen. Aufgrund der Lage des Hotspots in einer Region mit mehreren Millionen Einwohnern kommt es einerseits zu negativen Effekten wie einer großen Flächeninanspruchnahme, starken Zerschneidungseffekten und einem hohen Freizeitdruck. Andererseits bot sich dadurch die Chance eine große Zahl von Menschen zu erreichen und für die Ziele des Projektes zu gewinnen. Maßnahmen zur Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation wurden daher im Rahmen des Projektes eine besondere Bedeutung beigemessen. Über Besuchslenkungsmaßnahmen wie Beobachtungstürme, Naturerlebnis-Biotope oder Infotafeln wurden die negativen Folgen der zunehmenden Naherholungsaktivitäten abgemildert. Eine interaktive Erlebnisausstellung über die Lebensräume und Arten des Gebietes hat einer möglichst breiten Bevölkerung die Besonderheiten im Hotspot nahe gebracht und sie für den Schutz der biologischen Vielfalt begeistert.

Dokumente

Gesamtflyer_Lebensader_Oberrhein.pdfGröße 536 KB
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