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Kultur- und Agrarlandschaften

Entwicklung artenreicher Grün- und Offenlandlebensräume in Schleswig-Holstein

Schleswig-Holstein

Zwischen 2014 und 2020 hat die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein im Projekt BlütenMeer 2020 in über 300 Maßnahmen auf Rund 280 Hektar verschiedene Verfahren zur Wiederherstellung artenreicher Grün- und Offenlandlebensräume umgesetzt. Maßnahmen wie Mahdgutübertragung, Wiesendrusch, Einsaaten von Regio-Saatgut und Regio-Plus-Saatgut sowie Auspflanzungen wurden umgesetzt. Besonderheit ist die Pflanz- und Saatgutproduktion (Regio-Plus-Saatgut) von heute seltenen und gefährdeten Arten in der projekteigenen Arche-Gärtnerei für naturschutzfachliche Flächenaufwertungen. Die Erfahrungen aus dem Projekt sind in einem Praxisleitfaden zusammengefasst worden und die Arche-Gärtnerei wurde nach Projektende in einen eigenen Betrieb überführt, der Blütenmeer GmbH, die heute regionales Saat- und Pflanzgut und Dienstleitungen zur Grünlandrestitution anbietet.

Arnika Naturverjüngung Joldelund 2022Foto: Christian Dolnik

Details

Projektträger:
Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein
Adresse:
Eschenbrook 4
24113 Molfsee
Förderprogramme:

Bundesprogramm Biologische Vielfalt

und von den beiden Kreisen Dithmarschen und Schleswig-Flensburg

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Projektbeschreibung

Schleswig-Holstein ist das Flächenbundesland mit den größten Grünlandverlusten (164.000 ha seit 1950, davon 35.749 ha zwischen 2003 und 2019). Der verbliebene Rest von ca. 326.900 ha wird zu einem großen Teil intensiv landwirtschaftlich genutzt und ist artenarm. Dem gegenüber gibt es mehr als 5.000 ha an für den Naturschutz gesicherten und teilweise ausgemagerten artenarmen Offenlandflächen, die im Eigentum der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein, der öffentlichen Hand und verschiedener Naturschutzorganisationen sind und auf denen es in den letzten Jahrzehnten meist nicht gelungen war trotz Extensivierung und Düngungsverzicht den früher grünlandtypischen Pflanzenartenbestand aus der Samenbank oder über Wiedereinwanderung zu generieren. Solche Flächen standen im Rahmen des Projektes BlütenMeer 2020, das im Bundesprogramm Biologische Vielfalt von 2014-2020 gefördert wurde, für eine naturschutzfachliche Flächenaufwertung zur Verfügung. Die Wiederansiedlung von Wildpflanzenarten erfolgte durch erprobte Methoden wie Mahd- und Druschgutübertragung sowie der Ansaat von zertifiziertem Regio-Saatgut. Regioansaaten wurden ergänzt durch Saatgut weiterer bisher nicht im Regio-Saatgut verfügbarer seltener und gefährdeter Arten aus der projekteigenen Arche-Gärtnerei Eggebek (sogenanntes Regio-Plus-Saatgut) und ergänzenden Auspflanzungen dieser Arten.

Der Verwendung von gebietsheimischen Mahdgut, Druschgut und Saatgut zur Aufwertung von Grün- und Offenlandlebensräumen kam im Projekt eine besondere Bedeutung zu. Dies stand im Einklang mit den Vorgaben des Bundesnaturschutzgesetz § 40 Abs. 1 von 2009, das erstmals die Verwendung von gebietsfremden Arten in der freien Natur einschränkte und bei Arten auf den regionalen genetischen Ursprung in einem Gebiet achtete. Ein Konzept zu gebietsheimischem Saatgut wurde in einem Forschungsprojekt an der Universität Hannover erstellt (Prasse et al. 2010), in dem Mindestanforderungen für Regio-Saatgut ausgearbeitet und 22 Ursprungsgebiete in Anlehnung an naturräumliche Einheiten in Deutschland vorgeschlagen wurden. Schleswig-Holstein als Projektgebiet umfasst dabei drei Ursprungsgebiete, die bei der Maßnahmenumsetzung zu berücksichtigen waren. Das Projekt BlütenMeer 2020 wurde im Jahre 2014 somit gleichzeitig zu einem Projekt, das auf die Bedeutung des § 40, Abs. 1 BNatSchG für den Wildpflanzenartenschutz aufmerksam gemacht hat und aufzeigen konnte, wie durch die Erweiterung des Regio-Saatgutkonzeptes mit gebietsheimischen Arten die Wiederherstellung artenreicher Lebensräume möglich wird. Die Ziele des Projektes waren die großflächige Wiederherstellung artenreicher Grün- und Offenlandlebensräume in der Normallandschaft außerhalb von Schutzgebieten und der Aufbau einer „Arche-Gärtnerei“ für die Vermehrung von Saatgut seltener und gefährdeter Wildpflanzen.

Die verschiedenen im Projekt umgesetzten Maßnahmen zur Grünlandaufwertung von der Übertragung von Mahd- oder Druschgut, der Ansaat mit Regio- und Regio-Plus-Saatgut bis hin zu Auspflanzung von seltenen Pflanzenarten sowie unterschiedliche Bodenvorbereitungen vom Bodenabtrag über Pflügen und Fräsen bis hin zu umbruchlosen Aufwertungsverfahren wurden in einem Praxisleitfaden zusammengestellt. Für alle Maßnahmen gibt es im Leitfaden Praxisbeispiele, in denen die Maßnahmen von der Planung mit Fragen zur rechtlichen Situation über die praktische Umsetzung bis hin zur Erfolgskontrolle im Monitoring betrachtet werden. Der Praxisleitfaden und Praxisbeispiele können kostenlos im Internet heruntergeladen werden unter: www.stiftungsland.de/bluetenmeer2020/

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