Blühende Naturparke Baden-Württemberg
Über das Projekt Blühende Naturparke engagieren sich alle sieben Naturparke Baden-Württembergs gleichermaßen für den Insektenschutz. Das Projekt richtet sich an alle Flächenbesitzenden wie Städte und Gemeinden, Unternehmen, Vereine, Verbände, Landwirtschaft und Privatleute.
Durch eine Pflegeextensivierung von artenreichen Flächen oder eine Neuanlage artenarmer Grünflächen schaffen die Projektteilnehmenden ganzjährig Nahrungsangebot und Lebensraum für Insekten. Bei Neuansaaten nutzen die Naturparke ausschließlich zertifiziertes Saatgut gebietsheimischer Pflanzenarten, das flächenabhängig ausgewählt wird. Mittels Seminareinheiten werden die Projektteilnehmenden zu einer anschließenden extensiven Pflege befähigt.
Über eine intensive Öffentlichkeitsarbeit sensibilisierten die Naturparke für den Insektenschutz. Die Naturparke involvieren jüngere Generationen durch Aktionen auf den Flächen und bieten umweltpädagogisches Material.
Alle Fibeln und Flyermaterialien sind hier zu finden: Blühende Naturparke

Details
- Projektträger:
- Das Projekt übernimmt federführend die AG Naturparke Baden-Württemberg
- Adresse:
- c/o Naturpark Südschwarzwald e. V. I Haus der Natur | Dr.-Pilet-Spur 4
79868 Feldberg - Förderprogramme:
Das Projekt Blühende Naturparke wurde in den Jahren 2018 bis Herbst 2025 im Rahmen des Sonderprogramms des Landes zur Stärkung der biologischen Vielfalt mit Mitteln des Landes Baden-Württemberg gefördert.
Die Förderung in den sieben Naturparken läuft über die Naturpark-Förderrichtlinie weiter.
- Kooperationspartner:
- Naturpark Neckartal-Odenwald; Naturpark Stromberg-Heuchelberg; Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald; Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord; Naturpark Südschwarzwald; Naturpark Obere Donau; Naturpark Schönbuch. In den einzelnen Naturparken finden Kooperationen zu Kommunen, Landkreisen, Verbänden und Unternehmen statt.
Projektbeschreibung
Über das Projekt Blühende Naturparke engagieren sich alle sieben Naturparke Baden-Württembergs gleichermaßen für den Insektenschutz. Durch eine Pflegeextensivierung von artenreichen Flächen oder eine Neuanlage artenarmer Grünflächen wird ganzjährig Nahrungsangebot und Lebensraum für Insekten geschaffen. Über eine intensive Öffentlichkeitsarbeit sensibilisierten die Naturparke für den Insektenschutz. Die begleitende wissenschaftliche Arbeit bestätigt die Sinnhaftigkeit des Projektes. Das Projekt richtet sich an alle Flächenbesitzenden wie Städte und Gemeinden, Unternehmen, Vereine, Verbände, Landwirtschaft und Privatleute.
Diese können Flächen, die sie ökologisch aufwerten möchten, in ihrem Naturpark melden. Nach möglicher Flächenmeldung zu ein bis zwei Zeitpunkten im Jahr, begutachten Projektleitende aus den Naturparken jede Fläche, um eine geeignete Methode zur Aufwertung zu bestimmen. Bei Notwendigkeit einer Neuansaat wird eine fachgerechte Flächenvorbereitung intensiv besprochen und über ein Anlageseminar vermittelt. Das zertifizierte Saatgut wird flächenabhängig ausgewählt und enthält ausschließlich gebietsheimische Pflanzenarten, die zu einer mehrjährigen und resilienten Wiesengesellschaft zusammenwachsen. Neben krautigen Pflanzen sind Gräser ein Hauptbestandteil der Saatgutmischungen, die als Nahrungsquelle für viele Insektenarten wie Lepidopteren, Heteropteren und anderen dienen. Die Projektteilnehmenden übernehmen die Einsaat. Mittels Seminareinheiten werden die Projektteilnehmenden, nun auch Pflegeverantwortlichen, zu einer anschließenden extensiven Pflege befähigt. So konnten im Zeitraum Mitte 2018 bis Ende Oktober 2025 mit der Unterstützung aller Projektteilnehmenden 1.633 Projektflächen auf rund 140 Hektar aufgewertet werden.
Ebenso wichtig wie die Aufwertung von Grünflächen bewerten die Naturparke Baden-Württembergs eine umfassende Öffentlichkeitsarbeit, um für den Insektenschutz zu sensibilisieren. Sie unterstützen Kindergärten und Schulen daher mit umweltpädagogischem Material und laden dazu ein, bei den Einsaaten mitzuwirken. Mit von den Blühenden Naturparken entwickelten Blüh-, Insekten-, Boden- und Vielfaltsfibeln können die Kinder im Nachgang die Pflanzen- und Insektenwelt beobachten und bestimmen. Zudem fand durch 53 Online-Fachvorträge und 62 Rundbriefe eine umfassende Wissensvermittlung statt, welche weiterhin fortgeführt werden.
Hinweisschilder auf den Flächen zu dem Projekt weisen auf die Wichtigkeit der Thematik hin und schaffen Verständnis für die notwendige Umstellung des Pflegemanagements. Auch Pressearbeit an der Fläche findet regelmäßig statt. Neben den in jedem Naturpark jährlich stattfindenden Anlage- und Pflegeseminaren bietet die zentrale Koordination Projektteilnehmenden und -interessierten virtuell stattfindende Fachseminare zu vielen themenverwandten Inhalten an. Auch über die Webseite und Soziale Medien informieren die Naturparke mehrmals wöchentlich.
Das Projekt wird durch eine jährliche Dokumentation der Pflanzen- und Wildbienendiversität wissenschaftlich begleitet. Zur Untersuchung der pflanzlichen Vielfalt wurde seit 2019 auf mehr als 30 beispielhaften Flächen die Pflanzendeckung und die Artenanzahl dokumentiert. Die Ergebnisse zeigen seit Untersuchungsbeginn einen fortwährenden Anstieg der Artenvielfalt auf den Flächen. 2019 konnten durchschnittlich 31 Pflanzenarten auf den Projektflächen gefunden werden. 2021-2024 wurden außerdem die Abundanz und Diversität von Wildbienen auf den Projektflächen untersucht. In Zusammenarbeit mit dem Julius Kühn-Institut in Braunschweig wurden 48 Projektflächen und 12 Vergleichsflächen ausgewählt. Zu drei Zeitpunkten im Jahr wurden auf diesen beispielhaften Flächen Farbschalen aufgestellt und für 24 Stunden auf den Flächen belassen. Außerdem wird die Vegetation und die unmittelbare Umgebung erfasst. Die Ergebnisse sind hier zu finden: Blühende Naturparke. Vorausgehende Abschlussarbeiten der Universität Freiburg dokumentierten auf Projektflächen 45 Wildbienenarten, wovon 7 Arten laut aktueller Roter Liste als stark gefährdet gelten und 13 Arten auf der Vorwarnliste stehen. Auf Nicht-Projektflächen konnten 21 Wildbienenarten bestimmt werden.





