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Stadtnatur - Renaturierung

Alnatura Campus – Ein ehemals versiegeltes Militärgelände erblüht zum Erholungs-, Lern- und Begegnungsort

Hessen
Alnatura wirtschaftet seit seiner Gründung vor über 35 Jahren nach der Vision „Sinnvoll für Mensch und Erde“. Diesen Leitgedanken setzen wir nicht nur bei der Entwicklung und dem Verkauf unserer Bio-Produkte an, sondern bei allem, was wir tun. So auch bei der Konzipierung unseres neuen Unternehmenssitzes in Darmstadt – dem Alnatura Campus. Der Alnatura Campus entstand auf einem ehemals stark versiegelten Militärgelände. Unser Anspruch war es, dieses Gelände zu einem naturnahen Erholungs-, Lern- und Begegnungsort für unsere Mitarbeitenden und die Öffentlichkeit zu entwickeln. Über 20.000 Quadratmeter des vormals versiegelten Areals sind nun unversiegelt. 16.000 Quadratmeter wurden renaturiert und dürfen in großen Teilen nicht betreten werden. Hier wachsen seltene trockenresistente heimische Pflanzen, die ein optimales Areal für Zauneidechsen und andere seltene Tierarten bieten. Der Alnatura Campus zeigt, dass Firmensitz und eine artenreiche Natur Hand in Hand gehen können.
Tiny Forest und RenaturierungsflächeFoto: Alnatura, Lars Gruber

Details

Projektträger:
Alnatura Produktions- und Handels GmbH
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Projektbeschreibung

Ziele: Auf einer ehemals stark versiegelten Militäranlage in Darmstadt befindet sich auf 55.000 Quadratmetern seit 2019 der Unternehmenssitz der Alnatura Produktions- und Handels GmbH. Auffallend auf dem Gelände ist das Bürogebäude mit Stampflehmfassade, welches 2020 mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet wurde. Darüber hinaus beherbergt der Campus das vegetarische Restaurant „Vegi“ der Tressbrüder, einen Waldorfkindergarten in öffentlicher Trägerschaft, einen Schulgarten sowie den „Entdeckungspad“, der über das 20.000 Quadratmeter große, größtenteils renaturierte Außengelände führt. Es wurde bewusst für die Öffentlichkeit angelegt, mit dem Ziel einen naturnahen Erholungs-, Lern- und Begegnungsort zu schaffen, welcher sich über die Jahre stehts verändert und weiterentwickelt. Das Außengelände ist eine „grüne Oase“ in urbanem Raum, das der Natur einerseits durch renaturierte Bereiche Raum zurückgibt und sie andererseits den Menschen durch bewusstseinsbildende Maßnahmen näherbringt. Maßnahmen: Der "Entdeckungspfad" führt über das gesamte Gelände, zunächst entlang eines Naturteiches, vorbei an Bienenvölkern und weitreichenden Magerwiesen. Dort wachsen seltene trockenresistente heimische Pflanzen, die ein optimales Areal für Zauneidechsen und andere Tierarten bieten. Überlaufmulden verhindern unkontrollierte Überschwemmungen bei Starkregen. Beispielhaft zeigen eine Obstwiese, ein kleiner Weingarten sowie ein Kräutergarten Elemente biologischer Landnutzung. Infotafeln entlang des Weges geben nützliche Hinweise und tragen zur Bewusstseinsbildung bei. Auf 200 Quadratmetern bearbeitet die Freie Montessori-Schule Darmstadt einen Schulgarten – die Ernte verkaufen die Schülerinnen und Schüler im schuleigenen „Hofladen“. Die gesamte Außenfläche wird mit Regenwasser versorgt, das in einer unterirdischen Rigole mit einem Fassungsvermögen von 1 Million Liter Wasser gesammelt wird. Ein besonderes Projekt der Alnatura Lehrlinge ist der „Tiny Forest“: 490 standorttypische Bäume und Sträucher ergeben auf 150 Quadratmetern einen artenreichen, klimafreundlichen Mini-Wald. Auch die 17 UN-Ziele für Nachhaltigkeit können auf dem Gelände in Form von interaktiven Stationen entdeckt werden – sie geben Handlungsanregungen für ein nachhaltiges, soziales und ökologisches Miteinander. Auf dem Gelände finden sich die Betonelemente der früheren Militäranlage wieder: in Form von Bruchsteinen, die als Mauern, Gehwegsteine oder Sonnenbänke für Eidechsen eine neue Verwendung gefunden haben. Die Entwicklung des Alnatura Campus ist durch einen Werkstattcharakter geprägt. Die Entwicklung des Alnatura Campus ist ein fortwährendes Projekt. So werden seit 2022 die saisonal anstehenden Arbeiten auf dem Gelände im Rahmen von Praxistagen und Workshops gemeinsam mit den Alnatura Mitarbeitenden durchgeführt. Das Themenspektrum reicht dabei vom Sensen der Wildblumenwiese über den Anbau von Biogemüse und biologischem Kompostieren bis hin zu Bienenseminaren und Obstbaumpflege. Unsere neueste Maßnahme: Im Jahr 2025 startete die Anlage von sogenannten Obstbaum-Lebens-Gemeinschaften, also mit Gemüse, Kräutern und Blumen bepflanzte Baumscheiben, die von Mitarbeitenden im Rahmen von Teamaktionen angelegt, gepflegt und geerntet werden. Ergebnisse: Seit Abschluss der baulichen Maßnahmen am Außengelände haben sich verschiedene, teils seltene Tier- und Pflanzenarten insbesondere auf der Renaturierungsfläche erfolgreich angesiedelt, darunter Zauneidechsen, Steinkraut, Steppen-Wolfsmilch, Hasenklee und Rispen-Flockenblumen. Einige besitzen FFH-Schutzstatus. Die Auswahl der Pflanzen in allen Gartenbereichen sowie im Naturschutzbereich sind grundsätzlich an die standorttypische Vegetation, den sandigen Boden und die vorwiegend trockene Witterung angepasst. So wurde der magere Sandboden aus der letzten Eiszeit unter den militärischen Betonplatten wieder aktiviert und mit Saatgut von regionalen Magerwiesen versetzt. Auch die Auswahl der Neuanpflanzungen an Bäumen wurde dem Standort gemäß gewählt - Winterlinden, Elsbeeren, Eschen und Feldahorn dominieren das Bild. Rund 100 neu angepflanzte Jungbäume (drei Meter Höhe) sowie 490 Bäume auf der Fläche des Tiny Forest leisten ihren Beitrag zu Klimaschutz und -anpassung. Dank der Regenwasserrigole können wir nicht nur das Außengelände bewässern, sondern auch den auf dem Gelände befindlichen, 2000 qm großen Teich mit Regenwasser speisen. Starkregen fließt wie geplant über die Überlaufmulden in den Boden, ohne Schäden auf dem Gelände zu hinterlassen. Durch eigene Kompostherstellung und Lagerung von Gehölzschnitt in einer Benjeshecke haben wir auch Beispiele für Kreislaufwirtschaft auf dem Gelände. Täglich kommen Gäste an den Campus.

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