Zurück zu Projektliste
Gewässer und Auen
Wälder

Auenentwicklung und Auenverbund an der Unteren Mittelelbe - Sicherung der biologischen Vielfalt und der Ökosystemleistungen von Auen am Beipsiel des UNESCO-Biospärenreservates Flusslandschaft Elbe

Sachsen-Anhalt

Zentraler Inhalt des Projekts war der Schutz und die Entwicklung einer der letzten großen Hartholzauwälder an der Unteren Mittelelbe, die Hohe Garbe (Sachsen-Anhalt). Durch Flächenkäufe und zahlreiche Maßnahmen ist das 420 ha große Gebiet wieder mit der Elbe verbunden und kann sich langfristig natürlich entwickeln. In einem ausgewählten Abschnitt des länderübergreifenden UNESCO-Biosphärenreservates Flusslandschaft Elbe wurden zudem Potentiale für einen Auenbiotopverbund ermittelt und Leitprojekte zur Umsetzung beschrieben. Die monetäre Bewertung der Veränderungen der ökosystemaren Leistungen (z.B. Hochwasser- und Klimaschutz) sowohl durch die konkreten Maßnahmen in der Hohen Garbe als auch im Rahmen verschiedener modellhafter Auenentwicklungsszenarien für das gesamte Projektgebiet belegen, dass unsere Gesellschaft durch intakte Auen profitiert. Zur Begleitung der Maßnahmen in der Hohen Garbe wurde eine Auenwerkstatt als Informations- und Kommunikationsplattform in der Region etabliert. Die sozio-ökonomische Evaluation bestätigt, dass eine hohe Transparenz und Kontinuität im Austausch mit den Menschen vor Ort sowie regelmäßige Beteiligungsformate im Rahmen von Umweltbildungs- und Naturerlebnisangeboten maßgeblich zur Akzeptanz in der Region und damit zum Gelingen des Projektes beitrugen. Alle Maßnahmen und Aktionen wurden mit einer kontinuierlichen Öffentlichkeits- und Pressearbeit begleitet, um regional und bundesweit für den Schutz von Auen zu sensibilisieren.

Hohe Garbe an der unteren Mittelelbe

Details

Projektträger:
BUND-Auenzentrum Burg Lenzen
Adresse:
Burgstr. 3
19309 Lenzen
Bei dieser Karte handelt es sich um einen externen Inhalt, der über den Maps-Dienst von Google bereitgestellt wird. Mit Ihrem Einverständnis bestätigen Sie, das wir Sie mit den Servern von Google verbinden dürfen, um die Karte anzuzeigen.
Karte anzeigen

Projektbeschreibung

Hintergrund:

Intakte Flusslandschaften gehören zu den artenreichsten und gleichzeitig gefährdetsten Ökosystemen Mitteleuropas. In Deutschland sind an den großen Flüssen nur noch 10-20% der ehemaligen Auen vorhanden, von denen mehr als die Hälfte stark bis sehr stark verändert sind. Insbesondere die einst prägenden Auwälder sind heute vielerorts nahezu vollständig verschwunden. Auch an der Elbe machen sie nur noch 1% ihrer ursprünglichen Fläche aus.

Das Projekt widmete sich daher folgenden Zielstellungen:

1. Umsetzung eines Leuchtturmprojektes zur nachhaltigen Sicherung und Entwicklung naturnaher Auenlebensräume in der Hohen Garbe

2. Erfassung und Bewertung der Veränderung der Ökosystemleistungen von Auen durch Entwicklungs- und Revitalisierungsmaßnahmen

3. Entwicklung eines modellhaften, länderübergreifenden Auenbiotopverbundes

4. Dialog mit relevanten Akteuren: Etablierung einer Auenwerkstatt

5. Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit zum Thema Auenschutz und Ökosystemleistungen von Auen

6. Vorbereitung naturschutzfachlicher Erfolgskontrollen und Durchführung sozioökonomischer Evaluation

Projektgebiet:

• 50 km Flussabschnitt zwischen Wittenberge und Dömitz im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe

• Kerngebiet: die 420 ha große Hohe Garbe im Norden des Biosphärenreservats Mittelelbe (Sachsen-Anhalt)

o Umfasst mit 185 ha größten erhaltenen Hartholzauwald der unteren Mittelelbe

o Alter funktionsloser Deich schnitt Gebiet von Hochwasserdynamik der Elbe ab

o 2011 Start des Flurneuordnungsverfahrens Aulosen/Garbe

Bilanz Flächenkauf:

• Erwerb von über 130 ha durch die BUNDstiftung

• Nach Abschluss des Flurneuordnungsverfahrens über 90 % der Hohen Garbe für Naturschutz gesichert

• Neue Flächenkulisse war wesentliche Voraussetzung für Umsetzung der Maßnahmen zur Auenentwicklung

Maßnahmen und Bilanz Auenentwicklung:

• Sechs Deichschlitzungen und Wiederherstellung zweier Flutrinnen

o 420 ha Aue wieder mit der Elbe verbunden

o Verbesserung des Wasserhaushaltes und Förderung der Auenarten

• Flächenkauf und Prüfung hochwasserverträgliche Waldentwicklung

o Natürliche, nutzfreie Entwicklung der gesamten 185 ha Wald sowie auf 40 weiteren ha durch Pflanzung von 14.000 Bäumen und Sträuchern und durch Sukzession

o Förderung störungsempfindlicher Arten wie Seeadler, Kranich, Schwarzstorch sowie Wald- und Baumarten wie Mittelspecht, Heldbock etc.

• Wiederherstellung einer 2 km langen Nebenrinne mit Flussinsel sowie Neuanlage und Entwicklung von Auengewässern

o Lebensräume für Fische, Amphibien, Uferschwalben, Insekten ...

• Länderübergreifende Datenauswertung über 50 Flusskilometer in 36 Teilraumsteckbriefen und Entwicklung Leitprojekten für einen Auenbiotopverbund

Fazit:

1. Auenentwicklung und Auenverbund setzt Flächenverfügbarkeit und Akzeptanz vor Ort voraus

• Flurneuordnungsverfahren sind geeignete Instrumente für Flächenbereitstellung

• Entschädigung bzw. Förderung von Eigentümern und Landnutzern notwendig

• Synergien für win-win Situationen nutzen, Konfliktfelder frühzeitig identifizieren und adressieren

• Hohe Transparenz und Kontinuität in Kommunikation und Beteiligung fördert Akzeptanz

• Attraktive Bildungs- und Naturerlebnisformate tragen zur Wertschöpfung der Region und Vermittlung von Projektzielen weit über die Laufzeit bei

2. Intakte Auen von großer gesamtgesellschaftlicher Bedeutung

• Schnelle Förderung der Biodiversität und Abmilderung von Folgen der Klimakrise durch geeignete Maßnahmen zur Auenentwicklung

• Evaluation von Maßnahmen zur Herstellung ökosystemarer Funktionen für fachlichen Erkenntnisgewinn wichtig

• Breite Öffentlichkeitsarbeit befördert gesellschaftspolitischen Diskurs zum Auenschutz

Dokumente

Flyer_LebendigeAuen_final.pdfGröße 1392 KB
Download
Anmelden zum Newsletter

Bleiben Sie auf dem Laufenden: Die Aktivitäten zur UN-Dekade stehen noch am Anfang und werden schrittweise um neue Maßnahmen erweitert. Über unseren Newsletter bleiben Sie informiert.

Ich möchte den Newsletter der UN-Dekade erhalten und akzeptiere die Datenschutzerklärung. Sie können sich jederzeit über den Link in unserem Newsletter abmelden.

* Pflichtfelder